„Abstrakt hohe Gefährdungslage”: Wochenmarkt in Ansbach muss umziehen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 06.03.2025 09:25

„Abstrakt hohe Gefährdungslage”: Wochenmarkt in Ansbach muss umziehen

Wegen der Faschingsferien fehlten gestern einige Stände des Wochenmarktes auf dem Martin-Luther-Platz. (Foto: Winfried Vennemann)
Wegen der Faschingsferien fehlten gestern einige Stände des Wochenmarktes auf dem Martin-Luther-Platz. (Foto: Winfried Vennemann)
Wegen der Faschingsferien fehlten gestern einige Stände des Wochenmarktes auf dem Martin-Luther-Platz. (Foto: Winfried Vennemann)

Der Ansbacher Wochenmarkt muss dem Terror weichen: Nach den Anschlägen auf einen Demonstrationszug in München und auf den Fastnachtsmarkt in Mannheim haben die Verantwortlichen entschieden, dass der Wochenmarkt ab dem 12. März bis auf Weiteres vom Martin-Luther-Platz in die Reitbahn umzieht.

Nach dem Anschlag in Mannheim am vergangenen Montag habe er noch in der Nacht die Sicherheitsbehörden kontaktiert, erklärte Oberbürgermeister Thomas Deffner gegenüber der FLZ. Schon am Dienstagmorgen fand im Stadthaus eine Lagebesprechung statt, und anschließend nahmen die Sicherheitsexperten die Möglichkeiten unter die Lupe, den Martin-Luther-Platz gegen Fahrzeug-Anschläge zu sichern. Denn es besteht laut Stadtverwaltung weiterhin auch in Ansbach eine „abstrakt hohe Gefährdungslage“.

Sicherheit steht im Mittelpunkt

Das Ergebnis des Ortstermins war eindeutig: Der Martin-Luther-Platz ist nur mit großem Aufwand zu sichern. „Im Westen, an der Johanniskirche, ist der Platz ganz offen“, sagte der Oberbürgermeister. Auch von der anderen Seite, vom Johann-Sebastian-Bach-Platz aus, „stehen Sie mit dem Auto gleich im Markt“, so Deffner. Deshalb wurde der gestrige Markt noch mit mobilen Fahrzeugsperren gesichert, das Gleiche gilt für den Markt am Samstag, 8. März.

Gemeinsam mit Polizei und Feuerwehr habe man entschieden, mit dem Markt in die Reitbahn umzuziehen, die über wesentlich weniger Zufahrten verfügt. „Im Mittelpunkt unserer Entscheidung steht die Sicherheit der Kundinnen und Kunden sowie der Fieranten“, so Deffner. Für den Bauernmarkt, der bisher auf dem Johann-Sebastian-Bach-Platz stattfindet, sucht man noch eine Lösung.

Nur eine Übergangslösung

Der OB machte aber auch klar, dass die Reitbahn – dort war der Markt früher schon zuhause – nur eine Übergangslösung darstelle, bis der Martin-Luther-Platz mit entsprechenden Schutzmaßnahmen gesichert sei. Nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt im Dezember habe man sich Gedanken gemacht, ein erstes Angebot für Schutzsperren liege bereits vor. Dabei handele es sich um spezielle Pylone, die man aufklappen könne. Fährt ein Wagen dagegen, fallen die Pylone um und legen auf ihrer Standfläche einen Zahnkranz frei, der das Fahrzeug dann stoppt.

„Im Bauausschuss am 17. März wollen wir schon mal etwas vorstellen“, kündigte Deffner an. Er hofft, die Entscheidung zügig durch die Gremien zu bekommen. Dann werde man die mobilen Anlagen bestellen. Spätestens zum Altstadtfest vom 18. bis 22. Juni will man über die neuen Sperren verfügen können. „Wir wollen weiterhin unsere Feste feiern und unsere Märkte abhalten“, betonte Deffner, „aber wir wollen den Menschen auch den größtmöglichen Schutz gewähren.“

Parkplätze an der Reitbahn werden gesperrt

Solange die Reitbahn als Standort für den Wochenmarkt dient, werden die Parkplätze in der Reitbahn jeweils dienstags und freitags ab 22 Uhr bis 14 Uhr des Folgetages gesperrt. Damit die Fieranten bei der Einfahrt in die Reitbahn mit ihren Anhängerfahrzeugen rangieren können, müssen zudem drei Parkplätze gegenüber der Tordurchfahrt am Karl-Burkhardt-Platz gesperrt werden.


Winfried Vennemann
Winfried Vennemann
Redakteur
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