Dank einer Idee von Maximilian Kraft, seit vielen Jahren Licht- und Tontechniker der Kreuzgangspiele, gibt es ab dieser Saison bei sommerlichen Temperaturen Abkühlung für das Publikum. Das Feuchtwanger Freilichttheater ist dabei Vorreiter unter den deutschen Freilichttheatern.
In südlichen Ländern sorgen schon länger Vernebelungsanlagen bei Hitze in den Außenbereichen von Gastronomiebetrieben und auf öffentlichen Plätzen für Abkühlung. Das kennt Maximilian Kraft aus dem Urlaub. Da dachte er sich, so ein Hochdrucknebelsystem wäre auch etwas für den Kreuzgang, erzählt der Veranstaltungstechniker bei einem Pressetermin. Zumal andere Lösungen, das romanische Geviert zu beschatten, aufgrund von Vorgaben des Denkmalschutzes, aus architektonischen Gründen und Gründen der Windlast äußerst schwierig umzusetzen sind, wie Intendant Johannes Kaetzler und Dr. Maria Wüstenhagen, Kulturbüro-Leiterin und stellvertretende Intendantin, in Erinnerung rufen.
Für das Hochdrucknebelsystem wurden laut Kraft dünne Schläuche mit insgesamt 45 Düsen an den Bühnentraversen befestigt. Über diese Düsen wird mit einem Druck von 60 bis 80 Bar Wasser hauchfein zerstäubt. Die Tröpfchen verdunsten sofort und senken die Umgebungstemperatur. Und: „Nass wird dabei niemand”, versichert Maximilian Kraft.
Das Wasser durchläuft, bevor es in die Schläuche gepumpt wird, eine Filteranlage, sodass weder Bakterien noch Kalk hineingelangen können, und es sind auch keine großen Wassermengen nötig. Die Kosten für die Anlage beziffert Kraft mit knapp 3000 Euro. Wie es heißt, sind die Kreuzgangspiele das erste Freilichttheater deutschlandweit, das eine solche Anlage installiert hat.
Möglich ist eine Abkühlung des gesamten Zuschauerraums um einige Grad. „Hitzespitzen werden genommen”, sagt Kaetzler. Zum Einsatz kommen soll die Anlage bei Bedarf während Vorstellungen – in erster Linie bei solchen am Nachmittag – oder auch vor Abendvorstellungen, erklärt Wüstenhagen. Das Hochdrucknebelsystem sei eine technische Lösung, die für gefühlt kühlere Temperaturen sorge, als etwa ein Dach, unter dem sich die Hitze eher stauen würde.
Den Wartungsaufwand bezeichnet Kraft als gering. Die Düsen würden, bevor die Anlage nach dem Abbau eingelagert wird, gesäubert. Kaputte Teile seien einzeln austauschbar. Der Aufbau der Bühnentraverse mit der Vernebelungslage werde künftig rund eine halbe Stunde länger dauern.
Die Kreuzgangspiele rüsten nicht nur im romanischen Geviert auf, sondern auch in der Stadthalle Kasten, die als Ausweichquartier bei ungünstigen Witterungsbedingungen dient. Um dem Publikum dort „adäquate“ Vorstellungen bieten zu können, wird eine große Lichtanlage installiert und es werden zentrale Teile des Bühnenbildes mitgenommen, so Intendant Johannes Kaetzler.