Die zweite Niederlage im vierten Testspiel bezog Regionalligist SpVgg Ansbach im Sportzentrum in Dietenhofen. Gegen den Zweitligisten Greuther Fürth unterlagen die Ansbacher mit 2:6, nachdem sie in der Halbzeit schon mit 0:5 zurückgelegen hatten.
SpVgg-Trainer Niklas Reutelhuber hatte im Vorfeld der Partie betont, dass das Hauptaugenmerk auf das Eröffnungsspiel am 24. Juli gegen Bayreuth gerichtet ist und ihn Ergebnisse in der Vorbereitung nicht interessieren. „Freilich wollten wir hier nicht untergehen, andererseits hat das Ergebnis nicht die Bedeutung wie in der Liga. Darauf ist unsere Vorbereitung ausgerichtet und wir liegen gut im Plan”, sagte Reutelhuber dann nach dem Spiel, als er sich seine Gedanken über die erste Halbzeit gemacht hatte.
Die Erklärung für den klaren 0:5-Halbzeitstand lieferte Reutelhuber gleich mit. „Wir sind höheres Risiko gegangen und da wurden unsere Fehler aufgedeckt. Letztlich hat man dann gemerkt, dass wir nach 20 Minuten körperlich eingebrochen sind. Vielleicht war die Belastung mit dem Vormittagstraining zu viel, aber wir arbeiten auf den Saisonstart in drei Wochen hin.”
Die ersten 20 Minuten boten die Ansbacher dem runderneuerten Zweitligisten noch einigermaßen Paroli. Vom letztjährigen Zweitligakader kamen in der 1. Halbzeit sieben Spieler zum Einsatz und nach dem Seitenwechsel waren es noch drei. Daher mag auch die unterschiedliche Leistungsstärke der beiden Mannschaften, die die Greuther stellten, zu deuten sein.
Die Routiniers Kapitän Branimir Hrgota, Julian Green und Felix Klaus sowie ihre Mitspieler spürten die nachlassenden Kräfte der Ansbacher und überzeugten die knapp 800 Zuschauer dann mit gelungenen Kombinationen und fünf Toren. Zunächst scheiterten Noel Futkeu und Hrogota noch an SpVgg-Keeper Heiko Schiefer. Noah König traf nach einer Green-Ecke per Kopf den Pfosten. Und auf der Gegenseite verfehlte Sven Landshuter mit der einzigen SpVgg-Chance der ersten halben Stunde das Ziel knapp.
Dann sorgte der beste Fürther Zweitligaschütze Hrgota in der 20. Minute mit einem Schuss aus 14 Metern aus halbrechter Position in die lange Ecke für den Führungstreffer des „Kleeblatts”. Keine vier Minuten später lenkte Klaus ein Hrgota-Zuspiel zum 2:0 ins Ansbacher Tor und weitere fünf Minuten darauf stand König richtig, um zum 3:0 zu vollenden.
Den SpVgg-Akteuren blieb kaum Zeit zum Durchatmen, denn in der 36. Minute lagen sie mit 0:4 hinten. Futkeu hatte einen von Schiefer an Klaus verschuldeten Foulelfmeter verwandelt. Landshuter sorgte in der 42. Minute für Abwechslung mit einem „Lattenstreichler” am Fürther Tor, aber zwei Minuten erzielte der Neuzugang vom 1. FC Köln, Mathias Olesen, nach einem Hrgota-Zuspiel den 5:0-Halbzeitstand.
Nach dem Seitenwechsel trafen zwei neue Mannschaften aufeinander. Bei den Ansbachern blieben nur Björn Angermeier und vorläufig Eric Weeger auf dem Feld. Letzterer gab die Kapitänsbinde an Tobias Dietrich ab, der wieder Ordnung in die Ansbacher Reihen brachte. „Tobi hat das wirklich überragend gemacht, ein großes Lob!” so Reutelhuber.
Dennoch gehörten die ersten Möglichkeiten wieder den Greuthern. Dennis Srbeny visierte die Latte an (55.) und in der 65. Minute stand es 6:0. Der Torschütze war der 1,94 Meter große Neuzugang vom SSV Ulm Felix Higl. Der Sohn des ehemaligen Bundesligaspielers (172 Spiele und fünf Tore für den 1. FC Köln) und Co-Trainers beim VfB Stuttgart (2007 Deutscher Meister) Alfons Higl war natürlich per Kopfball erfolgreich.
Dass die Fürther nun ihr Pulver verschossen hatten, war zu dem Zeitpunkt noch nicht zu erahnen. Dagegen verstärkten die SpVgg-Aktiven ihre Bemühungen auf eine Resultatsverbesserung. Nico Hayer traf mit einem Drop-Kick die Latte (67.) und 90 Sekunden später zielte Luca Glanz aus 20 Metern knapp vorbei.
Lukas Peterson musste zwischendurch gegen den Windsbacher Marlon Fries retten (73.) und im Gegenzug rettete Neuzugang Philipp Ziereis (ehemaliger Kapitän mit 151 Zweitligaeinsätzen beim FC St. Pauli) in letzter Not gegen Hayer. Hayer avancierte aber dann in der Schlussviertelstunde zum torgefährlichsten Spieler auf dem Platz.
In der 76. Minute erkämpfte er sich energisch den Ball, lief ein paar Meter in den Strafraum des Zweitligisten und schloss mit einem trockenen Schuss in die lange Ecke zum 1:6 ab. Knappe zehn Minuten danach stellte Hayer mit einem Abstauber, der vom FC Ingolstadt gekommene Keeper Pelle Boevink konnte einen Lukas Schmidt-Schuss nur abklatschen lassen, den 2:6-Endstand aus Ansbacher Sicht her.
SpVgg Greuther Fürth: 1. Halbzeit: Jung – Dehm, Dietz, König, Münz – Olesen – Klaus, Green, John –Hrgota, Futkeu.- 2. Halbzeit: Boevink – Fries, Engel, Ziereis, Itter – Popp, Srebeny, Masimo, Imeri – Sillah, Higl.
SpVgg Ansbach: 1. Halbzeit: Schiefer – Abadjiew, Rhani, Weeger, Manz – Althaus – Angermeier, Ücüncü, Landshuter – Nuhanovic, Kroiß.- 2. Halbzeit: Peterson – Puscher, Oberseider, Weeger (68. Mehringer), Glanz – Dietrich – Seefried, Angermeier, Hayer – Schmidt, Hilpert.
Torfolge: 1:0 Branimir Hrgota (20. Minute), 2:0 Felix Klaus (24.), 3:0 Noah König (29.), 4:0 Noel Futkeu (42., Foulelfmeter), 5:0 Mathias Olesen (44.), 6:0 Felix Higl (65.), 6:1, 6:2 Nico Hayer (76., 86.).- Schiedsrichterin: Davina Lutz (TSV Poppenhausen).- Zuschauer: 800.