43 Kirchengebäude umfasst das evangelische Dekanat Uffenheim – von Enheim im Norden, über das Zentrum Uffenheim bis nach Herbolzheim im Osten und Großharbach im Süden. An Pfingstmontag sind sie erstmals alle geöffnet, von 10 bis 18 Uhr. Der Dekanatsausschuss will mit dieser Aktion vor allem zwei Botschaften transportieren.
Der Pfingstmontag – ein „Tag der offenen Kirchen” soll er im Uffenheimer Gau werden, betont Dekan Max von Egidy. Die Idee dazu hat der ehrenamtliche Dekanatsausschuss entwickelt. „Viele Menschen erleben die Gotteshäuser als sinnstiftend und wichtig für den Glauben”, sagt der Dekan. Schließlich prägen die Kirchtürme besonders im ländlichen Raum auch das Dorfbild.
Und mit der Kirchenvielfalt darf das Dekanat durchaus prahlen, immerhin fördere diese auch den Zusammenhalt in der Region: „Alle sind denkmalgeschützt und haben ihre ganz eigene Identität”, betont Max von Egidy, „verwurzelt in den Dörfern und den Städtchen.” Die geöffneten Kirchen sollen sinnbildlich auch ein Zeichen der kirchlichen Aufgeschlossenheit sein, „sie sind offen für alle Menschen, alle sind willkommen”.
Es halte sich eisern das „Vorurteil” gegenüber der evangelischen Kirche, dass diese ihre Gotteshäuser zusperrt. „Im Dekanat Uffenheim sind rund ein Drittel aber tagsüber offen”, sagt der Dekan. Dafür gebe es eben nur keine „großen Werbekampagnen”. Die Mesnerinnen und Mesner sorgen hinter den Kulissen für einladende Kirchenräume, sie wechseln die Paramente, bereiten das Abendmahl vor und übernehmen eben auch den Schließdienst.
An jenem Pfingstmontag ist der Tag der offenen Kirchen vor allem auch wieder ein Tag des Ehrenamts: Über 100 Freiwillige werden im Einsatz sein, um für eine unvergessliche Premiere zu feiern. „Wenn möglich, machen wir das künftig jedes Jahr”, so von Egidy.
Als einen Kirchen-Höhepunkt nennt der Dekan beispielsweise die Heilig-Kreuz-Kapelle in Simmershofen. Klein sei sie und eine der ältesten Exemplare. „Ein wahres Kleinod”, am Simmershöfer Ortseingang. Viele hundert Jahre Geschichte hat sie erlebt, mittelalterliche Ausmalungen und Fresken zieren das Innenleben. „Sie besitzt eine spirituelle Ausstrahlung”, findet Max von Egidy.
Oder auch die Markuskapelle an der Uffenheimer Christian-von-Bomhard-Schule aus den 1960er Jahren, eine der neueren Kirchen. Bei so manchem erweckt sie vielleicht sogar Schulzeiterinnerungen, mutmaßt der Dekan. Mit ihren bunten Fenstern und der Atmosphäre sei sie jedenfalls allemal einen Besuch wert. Und: Schülerinnen und Schüler gestalten dort ein buntes Rahmenprogramm.
Das ist vielerorts geboten, dezentral. Lediglich der Eröffnungsgottesdienst ist zentral und findet unter dem Motto „Feuer und Flamme” als Freiluftveranstaltung am Feuerwehrhaus in Wallmersbach statt (Beginn: 10.15 Uhr). Führungen, besondere Mitmachaktionen für Kinder oder auch Auftankstationen für Seele und Geist sind geboten, ebenso Verpflegung. Insgesamt beteiligen sich am Rahmenprogramm zwölf Kirchen.
Und auch vier Radtouren wurden eigens vom Dekanat ausgearbeitet, um den Kirchenbesuch am Pfingstmontag gleich mit ein bisschen Bewegung zu verknüpfen. Alle Informationen hierzu finden sich online auf der Homepage des Dekanats Uffenheim.