30 Jahre „Rampenlicht”: Das inklusive Theaterprojekt in Bruckberg feiert Jubiläum | FLZ.de

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Veröffentlicht am 30.07.2026 09:04

30 Jahre „Rampenlicht”: Das inklusive Theaterprojekt in Bruckberg feiert Jubiläum

Dieses Jahr bringen die Rampenlichter Pippi Langstrumpf auf die Bühne. (Foto: Diakoneo/Amanda Marien)
Dieses Jahr bringen die Rampenlichter Pippi Langstrumpf auf die Bühne. (Foto: Diakoneo/Amanda Marien)
Dieses Jahr bringen die Rampenlichter Pippi Langstrumpf auf die Bühne. (Foto: Diakoneo/Amanda Marien)

Seit nunmehr 30 Jahren beweist die Bruckberger Theatergruppe Rampenlicht, dass Theater weit mehr ist als Unterhaltung.

Mit Leidenschaft, Kreativität und großem Engagement bringen die Schauspielerinnen und Schauspieler sowohl eigene als auch bekannte Geschichten auf die Bühne, wachsen an ihren Aufgaben und begeistern ihr Publikum, heißt es in einer Pressemitteilung von Diakoneo. Was 1996 als Freizeitangebot für Menschen mit Behinderung von Diakoneo Wohnen in Bruckberg begann, hat sich zu einem außergewöhnlichen inklusiven Theaterprojekt entwickelt, das weit über die Region hinaus Anerkennung findet.

Im Jahr 1996 von Martin Piereth gegründet

Gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowie zwei ehemaligen Mitarbeiterinnen von Diakoneo Wohnen gründete Martin Piereth im Jahr 1996 die Theatergruppe Rampenlicht. Heute gehören rund 20 Akteurinnen und Akteure mit und ohne Behinderung dazu, die im Bereich Wohnen von Diakoneo in Bruckberg leben und arbeiten. Gemeinsam mit seinen Diakoneo-Kollegen Daniel Strößner und Veith Harnisch leitet Piereth die Gruppe bis heute.

In drei Jahrzehnten sind mehr als 50 Theaterproduktionen und über 100 Aufführungen entstanden. Die Schauspielerinnen und Schauspieler standen unter anderem bei den Kreuzgangspielen in Feuchtwangen, im Theater Ansbach und im Theater Pfütze in Nürnberg auf der Bühne. Für ihre künstlerische Arbeit wurden sie mehrfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem Förderpreis des Bezirks Mittelfranken, dem Georg-Ehnes-Gedächtnispreis sowie dem Behindertenpreis der Stadt Nürnberg.

Viele der Darstellerinnen und Darsteller gehören seit Jahrzehnten zur Gruppe. Adrian Cosman spielt seit 25 Jahren bei Rampenlicht mit. Er erinnert sich gut an die Anfänge: „Damals gab es noch einen Erzähler, und wir haben unsere Rollen ohne zu sprechen gespielt. Mit der Zeit haben wir immer mehr Text bekommen und größere Rollen übernommen.“ Heute tragen die Schauspielerinnen und Schauspieler ganze Szenen selbst, und die Probenarbeit ist geprägt von Vertrauen und Teamgeist.

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Entscheidungen werden gemeinsam gefällt

„Wir entscheiden gemeinsam, welches Stück auf die Bühne gebracht wird“, erzählt Regisseur Piereth. Geprobt wird dann immer freitags. „Wir passen die Rollen im Spiel an, entwickeln Texte weiter und gestalten die Szenen gemeinsam“, so Piereth.

Auch René Heidel, der seit 22 Jahren dabei ist, und Jasmin Schwarz, die seit 20 Jahren zur Theatergruppe gehört und in diesem Jahr mit ihrer Darstellung der Pippi Langstrumpf die Hauptrolle übernimmt, stehen beispielhaft für diese Entwicklung.

Theater bedeutet für die Gruppe auch, Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Lampenfieber gehört ebenso dazu wie vergessene Texte oder unerwartete Situationen wie starker Regen bei den Kreuzgangspielen oder spontane Änderungen während der Aufführung. „Improvisation ist eine unserer größten Stärken“, betont Martin Piereth.

Entstanden ist ein umfangreicher Kostümfundus

Die fantasievollen Bühnenbilder entstehen in gemeinsamen Kreativprojekten mit weiteren Bewohnerinnen und Bewohnern aus Bruckberg. Es wird gemalt, gebaut und gebastelt. Über die Jahre ist außerdem ein umfangreicher Kostümfundus entstanden mit Maßanfertigungen, Fundstücken aus dem Kleiderladen in Bruckberg und vielen liebevoll selbstgestalteten Einzelstücken.

Auch das Lernen der Rollen erfolgt auf individuelle Weise. So hört René Heidel seine Texte über Kopfhörer, während Jasmin Schwarz ihre Szenen am liebsten in Rollenspielen mit Mitarbeitenden übt.

Für die Schauspielenden ist die Theatergruppe weit mehr als ein Hobby. Das Theater schafft Gemeinschaft, stärkt das Selbstvertrauen und eröffnet Möglichkeiten, Talente zu entdecken und eindrucksvoll zu zeigen, welches kreative Potenzial in ihnen steckt.

Zum 30-jährigen Bestehen bringt die Theatergruppe „Pippi Langstrumpf“ mit viel Fantasie und Humor auf die Bühne. Die Inszenierung verbindet verschiedene bekannte Episoden wie das erste Treffen mit Tommy und Annika in der Villa Kunterbunt, den Jahrmarkt mit dem stärksten Mann der Welt oder die Rückkehr von Pippis Vater, Kapitän Langstrumpf. Die Aufführung findet am Mittwoch, 5. August, bei den Kreuzgangspielen in Feuchtwangen statt. Karten sind über die Verwaltung in Bruckberg sowie im Kulturbüro Feuchtwangen erhältlich.


Von mhz
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