Im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim gibt es 38 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister. Für 16 davon markierte diese 30. und letzte Dienstversammlung der sechsjährigen Wahlperiode im Landratsamt das Ende in diesem Kreis.
In alphabetischer Reihenfolge der Städte und Gemeinden bat Landrat Dr. Christian von Dobschütz die Personen nach seiner wertschätzenden Rede nach vorn ans Rednerpult oder verlas die Ehrung für die beiden Abwesenden. Zusammen leisteten die ausgeschiedenen Männer 221 Jahre Dienst als Stadt- oder Gemeindeoberhaupt.
Dies waren Jürgen Heckel (Bad Windsheim), Wolfgang Schmidt (Baudenbach), Dieter Springmann (Ergersheim), Jürgen Mönius (Gerhardshofen), Heinrich Klein (Gollhofen), Gerhard Eichner (Gutenstetten), Karl Ballmann (Hemmersheim), Karl Schmidt (Ippesheim), Reinhard Streng (Langenfeld), Dr. Manfred Kern (Marktbergel), Harald Endreß (Markt Nordheim), Jürgen Riedel (Münchsteinach), Klaus Meier (Neustadt), Rainer Hufnagel (Obernzenn), Claus Seifert (Scheinfeld) und Wolfgang Lampe (Uffenheim).
Reinhard Streng und Karl Ballmann waren davon mit 24 Jahren jeweils am längsten im Amt. Streng und Rainer Hufnagel konnten nicht anwesend sein.
In „mehr als zwei Jahrhunderten geballter Kommunalpolitik”, so der Landrat, gebe es nicht nur von Schwierigkeiten und Krisen zu erzählen, sondern auch genügend schöne Geschichten, die den Fleiß und die Nerven wert waren. „Ich denke dabei beispielhaft an die Sanierung der Neustädter Markgrafenhalle und an die Dorflinde in Langenfeld, die Sie sowohl angestoßen als auch sorgfältig zu einem guten Ende gebracht haben.”
Bürgermeister sind laut dem Landrat Krisenmanager, die mit wenig Geld versuchen, das Bestmögliche für alle in ihrer Gemeinde herauszuholen. Sie hören sich wirklich alle Probleme an und bieten Lösungen an. Wenn irgendwo eine Ehrung ansteht, dann werden Bürgermeister immer eingeplant.
Die Chefsessel werden nun andere übernehmen, das gesamte Aufgabenspektrum fällt weg. In jedem Fall, so von Dobschütz, sei es ein verdienter Ruhestand.
Treffende Worte des Trostes fand der Landrat für diejenigen, die gerne im Amt geblieben wären, aber nicht mehr das Vertrauen ihrer Bürgerinnen und Bürger erhalten haben. „Eine Niederlage schmerzt.” Zeit, Energie und Herzblut waren investiert worden. Jeder Kandidat wollte Verantwortung übernehmen.
Auch wenn das Votum anders als gewünscht ausgefallen sei, seien die Unterlegenen mit Sicherheit keine Verlierer. „Sie sind diejenigen, die den Bürgern überhaupt erst eine Wahl ermöglicht haben. Das ist nicht nur das Fundament einer Demokratie, sondern verdient unser aller Respekt und Anerkennung”, betonte der Landrat.
In jedem Fall hätten die scheidenden Stadt- und Gemeindeoberhäupter alle ihre Heimat über viele Jahre hinweg mit ihrem unermüdlichen Einsatz geprägt. Auch der Landkreis sei von diesen Bürgermeistern maßgeblich mitgeprägt worden, hob von Dobschütz hervor. „Sie waren die Gesichter und Stimmen Ihrer Gemeinden – und damit das Rückgrat unserer Region.”