Ein Jubiläum von 125 Jahren ist ein stolzer Meilenstein und der eindrucksvolle Beleg für mehr als ein Jahrhundert voller unermüdlichen Einsatzes, ehrenamtlichem Engagement und gelebter Kameradschaft.
Unter dem Leitgedanken „Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr“ blicken die Freiwilligen Feuerwehren Mosbach-Tribur und Kühnhardt-Seiderzell auf eine lange Geschichte zurück und feiern dieses besondere Ereignis vom 24. bis 26. Juli 2026 mit einem großen Festwochenende in Kühnhardt. Es ist ein Fest, das die Kameradschaft und den gemeinsamen Weg in die Zukunft symbolisiert.
Die Geschichte der Wehren begann im Jahr 1901. In einer Zeit, in der organisierter Brandschutz alles andere als eine Selbstverständlichkeit war, fanden sich in vier Ortschaften engagierte und mutige Männer zusammen, die die Notwendigkeit erkannten, sich für den Ernstfall zu rüsten. Es bedurfte vieler Gespräche und großer Überzeugungsarbeit, doch der Wille, füreinander einzustehen, schuf eine solide Basis. Schon wenige Jahre später, 1908, mussten die Wehren ihre erste große Feuerprobe bestehen, als Blitzeinschläge gleich zwei Scheunen in Tribur und Seiderzell in Brand setzten – ein Ereignis, das die Wichtigkeit ihrer Existenz unterstrich.
Über die Jahrzehnte hinweg passten sich die Feuerwehren den wandelnden Anforderungen an. Die Anschaffung der ersten Motorspritze 1938 war eine technische Revolution. Ein weiterer Meilenstein der Zusammenarbeit war die vorübergehende Zusammenlegung der Wehren während des Zweiten Weltkriegs.
Die Zusammenarbeit der beiden Jubelwehren sowie der Freiwilligen Feuerwehr Reichenbach-Bergnerzell in der Altgemeinde Mosbach wurde immer enger und mündete in der Anschaffung eines gemeinsamen Tragkraftspritzenfahrzeugs (TSF-W). Dieses wurde im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums der Feuerwehr Kühnhardt-Seiderzell im Jahr 2001 übergeben und markierte den Beginn der heutigen Ausrückegemeinschaft nach dem „Feuchtwanger Modell“. Was damals für viele eine große Umstellung bedeutete und nicht ohne hitzige Diskussionen einherging, erwies sich als zukunftsweisende und richtige Entscheidung. Die vormals getrennten Übungspläne wurden zu einem gemeinsamen Plan verschmolzen. Ergänzt wurde die technische Ausstattung 2017 durch einen gemeinsamen Mannschaftstransportwagen, der seither bei Übungen, Einsätzen und sonstigen Fahrten wertvolle Dienste leistet. So ist aus getrennten Anfängen eine schlagkräftige Gemeinschaft entstanden.
Als nächster großer, gemeinsamer Schritt ist der Bau eines neuen, zentralen Feuerwehrhauses in Mosbach geplant. Dieses wird die in die Jahre gekommenen, alten Gerätehäuser der drei Ortschaften ersetzen.
Die Zukunft der Wehren wird durch die Nachwuchsarbeit gesichert. Den Anfang machte 2018 die Gründung der Jugendfeuerwehr Kühnhardt-Seiderzell. Hier werden Jugendliche auf den aktiven Dienst vorbereitet und lernen neben dem technischen Rüstzeug auch die Bedeutung von Kameradschaft und Verantwortung.
Ein Jahr später, 2019, wurde mit der Gründung der Kinderfeuerwehr Kühnhardt-Seiderzell das Angebot erweitert. Schon Kinder ab sechs Jahren werden hier bei Übungen, Ausflügen und gemeinsamen Aktionen spielerisch an die wichtigen Werte und Aufgaben der Feuerwehr herangeführt.
Gefeiert wird das 125-jährige Bestehen mit einem großen Festwochenende vom 24. bis 26. Juli 2026 auf dem Festplatz in Kühnhardt. Den Auftakt bildet der feierliche Festkommers am Freitagabend. Der Samstag lockt tagsüber mit einem gemütlichen Biergarten und mündet in einem großen Partyabend mit der Bayern 3 Band und DJ Tonic. Der Sonntag steht ganz im Zeichen der Tradition und Gemeinschaft und beginnt mit einem Festgottesdienst, gefolgt von Frühschoppen und Mittagstisch. Höhepunkt des Wochenendes ist der große Festumzug am Sonntagnachmittag, bevor das Fest gemütlich ausklingt.