1231 Ansbacher aufgetaucht: Einwohnerzahl jetzt doch wieder über 40.000 | FLZ.de

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Veröffentlicht am 19.04.2025 17:13

1231 Ansbacher aufgetaucht: Einwohnerzahl jetzt doch wieder über 40.000

Das Statistische Landesamt hat seine Zahlen korrigiert. Jetzt leben in Ansbach wieder mehr Menschen als zuletzt angenommen. (Archivfoto: Jim Albright)
Das Statistische Landesamt hat seine Zahlen korrigiert. Jetzt leben in Ansbach wieder mehr Menschen als zuletzt angenommen. (Archivfoto: Jim Albright)
Das Statistische Landesamt hat seine Zahlen korrigiert. Jetzt leben in Ansbach wieder mehr Menschen als zuletzt angenommen. (Archivfoto: Jim Albright)

Die Ergebnisse des Zensus 2022, die das Statistische Landesamt im vergangenen Sommer verkündete, stürzten Ansbach in eine tiefe Krise. Denn statt der 42.218 Ansbacher, die im städtischen Einwohnermeldeamt registriert sind, kamen die Statistiker beim Zensus nur noch auf 39.601. Ansbach mutierte blitzartig zur kleinsten kreisfreien Stadt in Bayern.

Das kann nicht sein, war die spontane Reaktion im Stadthaus. Man habe das nachvollziehen wollen, sagte jetzt Rechtsreferent Udo Kleinlein im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss. Und man habe Einwendungen gemacht, dass die neue Zahl nicht stimmen könne.

Zuwachs durch Pandemie und Geflüchtete

Jetzt hat die Stadt Ansbach eine ausführliche Antwort vom Statistischen Landesamt bekommen, das nebenbei zwei Dienstsitze hat, in Fürth und in Schweinfurt. Also, man hat sich die Sache seitens der amtlichen Zahlen-Experten noch einmal angeschaut. Und, oh Wunder, es sind 1231 zusätzliche Ansbacher aufgetaucht, sodass die Einwohnerzahl der mittelfränkischen Bezirkshauptstadt jetzt 40.832 beträgt.

Das ausführliche Schreiben des Statistikamtes nennt zwei Großereignisse, die zu „größeren Bevölkerungsbewegungen“ geführt haben und so wohl die Statistik beeinflusst haben: die Corona-Pandemie und die Flüchtlingsbewegungen aufgrund der Kriege in Syrien und in der Ukraine.

18 Anschriften stichprobenartig überprüft

Außerdem habe man aufgrund der Einwendungen der Ansbacher Stadtverwaltung stichprobenartig 18 Anschriften überprüft, und unter „Berücksichtigung der Hochrechnungseffekte“ sei man wieder jenseits der 40.000er-Marke gelandet. Eine Begründung, die im Ausschuss für Heiterkeit sorgte.

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Tatsächlich ist zu berücksichtigen, dass der Zensus sich erheblich von der klassischen Volkszählung unterscheidet, bei der alle Bürger befragt werden.

Kleinste kreisfreie Stadt Bayerns

Beim Zensus stützt man sich in erster Linie auf die Melderegister der Kommunen und ergänzt die Datenbasis durch eine stichprobenartige Befragung eines Teils der Bevölkerung. Da könne man mal sehen, was man durch so eine Intervention beim Landesamt erreichen könne, sagte Oberbürgermeister Thomas Deffner im Ausschuss, das Ganze stelle aber den Zensus in Frage. Es sei schon rätselhaft, „wie man nach Prüfung von 18 Anschriften auf über 1000 Einwohner mehr kommt“. Das ändert freilich nichts daran, dass Ansbach die rote Laterne bei den kreisfreien Städten in Bayern trägt – denn Coburg (40.907) und Schwabach (40.994) liegen bei den Einwohnerzahlen hauchdünn über Ansbach.

Im Bayerischen Städtetag könnte das Ansbacher Beispiel natürlich dazu führen, dass sich auch andere Kommunen auf die Hinterbeine stellen, denn viele Städte waren von den Zensus-Ergebnissen enttäuscht, weil sie offiziell geschrumpft waren. Der Vorsitzende des Bayerischen Städtetages, Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr, bemerkte damals launig, man könne angesichts der Zahlen froh sein, dass man noch da sei.

Das Ganze hat natürlich einen ernsten Hintergrund: Staatliche Zuwendungen wie zum Beispiel die Schlüsselzuweisungen richten sich unter anderem auch nach der Einwohnerzahl. Deshalb ist die Überschreitung der 40.000er-Grenze vor allem eine gute Nachricht für den Kämmerer.


Winfried Vennemann
Winfried Vennemann
Redakteur
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