„Eine coole Erfahrung.“ So fasst der Sportschütze Justus Ott seinen Auftritt bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Korea zusammen. Bei seinen zwei Einsätzen in Changwon enttäuschte der Ansbacher nicht und landete mit durchschnittlichen Resultaten jeweils im unteren Mittelfeld.
Kimchi zum Frühstück? Das saure, fermentierte Gemüse isst man in Korea eigentlich zu jeder Mahlzeit. Ott verzichtete, probierte die Alternativen am Frühstücksbuffet und fand das andere Extrem: „Alles viel zu süß!“
Also versorgte er sich im Supermarkt mit Müsli und lernte gleich noch eine weitere Besonderheit des Gastgeberlandes kennen. Die vielen Nullen auf den Geldscheinen. Für zehn Euro bekommt man 15000 Won. Seine erste Million kann man da schon mit einem Besuch am Geldautomaten machen.
Schwieriger zu handeln war das Klima in der Millionenstadt ganz im Süden der koreanischen Halbinsel. Tägliche Regengüsse, hohe Temperaturen und die Luft immer sehr feucht. „Wir hatten Probleme, unsere verschwitzte Kleidung trocken zu bekommen“, berichtet Ott.
Kein ganz kleines Problem, denn die Sportschützen tragen eine ganze Menge Klamotten, die aufeinander-abgestimmt sind und dem Körper Stabilität verleihen sollen. Mal nur die Hälfte davon anziehen funktioniert nicht.
Die geräumige Luftgewehrhalle in dem großen Komplex beherbergte hundert Stände und war auf angenehme 24 Grad klimatisiert.
Die Kleinkaliberdisziplinen wurden auf Freiluftständen geschossen. Im Dreistellungskampf sind hier jeweils 20 Schuss kniend, liegend und stehend abzugeben. Der 19-Jährige erzielte 571 Ringe und landete damit auf Platz 43 von gut 50 Startern. Zufrieden war er damit nicht. „Im Kniendanschlag wollten die Zehner nicht fallen, da fehlten mir dann am Ende doch ein paar Ringe“, so Ott. 189 Ringe kniend (in Zehnerserien 94 und 95) folgten ordentliche 197 Ringe im Liegendanschlag (98, 99) sowie akzeptable 185 Ringe stehend (91, 94).
Bester deutscher Junior war Nils Friedmann (München) mit 578 Ringen auf Rang 26. Dritter im Bunde war Nils Palberg (Holzwickede, 575, Platz 36). In der Mannschaftswertung ergab das Rang sieben von neun Teams für das deutsche Trio. Um ins Finale zu kommen, waren 584 Ringe nötig.
Seinen ersten WM-Einsatz in Korea hatte Ott im Luftgewehrwettbewerb, den er mit 619,2 Ringen auf Platz 42 abschloss. „Da hatte ich mir nach guten Leistungen im Training ein besseres Ergebnis ausgerechnet“, sagt er.
Den WM-Titel mit dem Kleinkaliber holte sich der Franzose Romain Aufrere, der bereits die Luftgewehrkonkurrenz für sich entschieden hatte.
Auf dem Programm steht auch noch der Liegendwettkampf mit dem Kleinkaliber. Für den hat der Deutschen Schützenbund seinen Nachwuchs aber nicht gemeldet, weil diese Disziplin nicht mehr bei Olympia geschosen wird.
„Schade, denn das Liegendschießen gehört zu meiner Lieblingsdisziplin“, sagt Ott. Als die Liegend-Medaillen vergeben werden, saß er schon wieder im Flieger nach Hause, wo weder sehr Saures noch extrem Süßes auf dem Frühstückstisch steht.
Abgesehen davon war er mit der Verpflegung sehr zufrieden. „Wieder ein neues Land kennengelernt.“ Seine erste WM schoss er vor Jahren in Peru. Seither hat der Nationalkaderschütze, der in den Ligawettkämpfen für den SV Petersaurach antritt, mehrere internationale Wettkämpfe bestritten.