Vollgelaufene Häuser, ein überfluteter Marktplatz: Heilsbronn war einer der Hotspots des Starkregenereignisses am 8. Juni. Um auf solche Vorfälle vorbereitet zu sein, hat der Stadtrat in der Vergangenheit einige Entscheidungen getroffen. Illusionen geben sich die Verantwortlichen aber nicht hin: Auch künftig wird es Schäden geben.
Offiziell gibt es Hinweise, dass es sich bei dem Ereignis an Fronleichnam mindestens um ein Hochwasser HG10 handelt, das alle zehn Jahre vorkommen kann, wie Bürgermeister Dr. Jürgen Pfeiffer in der Sitzung des Stadtrates informierte. Private Messungen, die nicht anerkannt werden, lassen ihm zufolge sogar auf ein HG50 schließen. Hinzu kommt, dass es im Stadtgebiet sowie in Weißenbronn und Neuhöflein gehagelt hat. Der Hagel sei gefroren und habe so die Gully-Einläufe verstopft, sagte Pfeiffer. „Durch Eis geht nichts mehr durch.“
Die Überschwemmung auf dem Marktplatz zum Beispiel ist laut Pfeiffer eine Folgeerscheinung gewesen. Was er damit meint: Im Bahnhofsbereich wurde sehr viel gebaut, die Flächen wurden versiegelt. Deshalb läuft das Wasser auf die Straßen, die eine Neigung haben. „Der tiefste Punkt ist der Marktplatz.“
Da solche Ereignisse eher zu- als abnehmen, seien die Entscheidungen, die der Stadtrat seit 2020 getroffen hat, richtig gewesen, betonte der Bürgermeister. So hat das Gremium etwa beschlossen, das Wasser- beziehungsweise Hochwasserschutzkonzept zu überprüfen und anzupassen.
Außerdem habe man ein Objekt an der Götzkreuzung erworben, „wo wir ein entsprechend dimensioniertes Regenrückhaltebecken unterirdisch anlegen werden“. Nach derzeitigem Stand ist laut Pfeiffer eine Umsetzung im Jahr 2025 realistisch.
Trotz dieser Beschlüsse gibt sich Pfeiffer keinen Illusionen hin. Nach seinen Worten ist die Stadt Heilsbronn, wie viele andere Kommunen, nicht vollumfänglich in der Lage, alle derartigen Klima- und Umwelteinflüsse so zu handhaben, dass es ohne Schaden abläuft. „Das ist leider nicht gegeben.“