Anklage nach mutmaßlicher Geiselnahme in Karlstadt

Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. (Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild)
Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. (Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild)
Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. (Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild)

Mitten in der Nacht wütet ein bewaffneter Mann in einem Haus in Unterfranken: Gut ein halbes Jahr nach der mutmaßlichen Geiselnahme einer Frau in Karlstadt (Landkreis Main-Spessart) hat die Staatsanwaltschaft Würzburg Anklage erhoben. Dem Verdächtigen wird neben Geiselnahme auch Beleidigung und Bedrohung vorgeworfen. Dazu hat sich der Mann allerdings bisher nicht geäußert. Das Landgericht Würzburg muss der Behörde zufolge nun über die Zulassung der Anklage entscheiden.

Der Angeklagte soll sein damals 52 Jahre altes Opfer im Februar gut acht Stunden in seiner Gewalt gehabt haben. Laut Staatsanwaltschaft war er zum Tatzeitpunkt bewaffnet und hatte Alkohol und Drogen genommen. Grund für den Ausraster des 23-Jährigen aus Niedersachsen könnte die Trennung von seiner Partnerin gewesen sein, die in dem Mehrfamilienhaus wohnte und nicht die 52-Jährige war. Ernsthaft verletzt wurde damals niemand.

Bei dem Einsatz in Karlstadt war auch ein Spezialeinsatzkommando vor Ort. Der mit einem größeren Messer bewaffnete Mann hatte in dem Haus in der Altstadt unter anderem randaliert. Nach Eintreffen der ersten Polizeistreife bedrohte er nach Ermittlerangaben die 52-Jährige. Feuerwehr, Bergwacht und Höhenrettung wurden ebenfalls gerufen, denn die Polizei befürchtete zwischenzeitlich, der Mann könnte vom Dach stürzen.

Nach stundenlangen Verhandlungen konnte der Verdächtige schließlich auf dem Hausdach widerstandslos festgenommen werden. Seither sitzt er in Untersuchungshaft.

Der Polizei war der Mann vor der Tat bereits einmal aufgefallen, allerdings nicht wegen eines Gewalt- oder Drogendelikts. Das Verfahren sei nach Jugendstrafrecht eingestellt worden.

© dpa-infocom, dpa:220817-99-412924/3

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