Veröffentlicht am 24.09.2022 08:22

Zugvögel im Blick: LBV hofft auf Beobachtungsaktion

Kraniche fliegen am Morgenhimmel. (Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild)
Kraniche fliegen am Morgenhimmel. (Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild)
Kraniche fliegen am Morgenhimmel. (Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild)

Ob Kraniche, Schwalben oder Sommergoldhähnchen - Millionen Vögel zieht es in den kommenden Wochen zum Überwintern in den Süden. Welche der Tiere die Reise tatsächlich antreten und dabei über Bayern hinwegfliegen, will der Landesbund für Vogelschutz (LBV) am ersten Oktober-Wochenende herausfinden - bei der Aktion „European BirdWatch“. Freiwillige sollen die Vögel dabei privat oder bei Exkursionen beobachten und melden.

Dabei geht es unter anderem um die Frage, welche Auswirkungen der Klimawandel auf Zugvögel hat und wie sich die Zeiten und Routen für den Weg gen Süden verändern. Wegen der Erderwärmung und der Verstädterung überwinterten immer mehr Vögel in ihrem Brutgebiet, sagte LBV-Vogelexpertin Angelika Nelson. Es sei „keine Seltenheit mehr, einen Zilpzalp oder eine Mönchsgrasmücke mitten im Winter an der Futterstelle zu entdecken“.

Insgesamt gebe es aber noch mehr als 50 Millionen Zugvögel, die ihre Brutgebiete in Bayern verließen, um in Südeuropa oder Afrika zu überwintern. „Zusätzlich überqueren 300 Millionen weitere Zugvögel unser Land, tanken hier Energie an geeigneten Rastplätzen und ziehen dann weiter in ihr südliches Winterquartier“, sagte die Expertin.

Die bei der Aktion gesammelten Daten sollen nach LBV-Angaben Einblicke in die Veränderungen der Vogelwelt geben. Der „European BirdWatch“ ist nach Angaben des Veranstalters „BirdLife International“ die weltweit größte Aktion zur Vogelbeobachtung und findet seit 1993 jährlich statt.

© dpa-infocom, dpa:220924-99-880057/3

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