Veröffentlicht am 25.06.2022 16:45

Trauer und Entsetzen ein Jahr nach Messerattacke in Würzburg

Ein Jahr nach der tödlichen Messerattacke eines wohl psychisch kranken Mannes auf ihm unbekannte Menschen in Würzburg haben Bürger der Mainstadt an die Opfer erinnert. Die Trauer und Fassungslosigkeit vieler über das Verbrechen mit drei Toten am 25. Juni 2021 wurden unter anderem bei einem ökumenischen Gedenkgottesdienst deutlich, bei dem etwa Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) sprach.

Am Ort der Attacke, dem Barbarossaplatz, sollte am späten Nachmittag ein Kranz in Gedenken an die Opfer niedergelegt werden. Für den Abend war ein Konzert mit dem Polizeiorchester Bayern geplant. Bei angekündigten Versammlungen, unter anderem von der AfD und der ebenfalls rechtsorientierten Bürgerbewegung Pax Europa, kam es nach Polizeiangaben zu keinen nennenswerten Vorkommnissen.

Am Tattag hatte sich der Täter, ein Flüchtling aus Somalia, zunächst in einem Kaufhaus ein Messer aus der Auslage geschnappt und drei Frauen getötet. Zudem gab es vier schwer verletzte Frauen. Ein damals 11-jähriges Mädchen und ein 16-Jähriger wurden ebenfalls schwer verletzt. Hinzu kamen drei Leichtverletzte.

Der Mann um die 30, dessen genaues Alter den Behörden nicht bekannt ist, muss sich seit April in einem Sicherungsverfahren für die Taten verantworten. Er hat die Vorwürfe eingeräumt und sein Bedauern ausgedrückt.

Die Generalstaatsanwaltschaft München glaubt, der Mann habe aus Hass auf Deutschland gehandelt. Sie will ihn dauerhaft in einer Psychiatrie unterbringen lassen, weil er allgemeingefährlich sein soll. Nach Erkenntnis zweier psychiatrischer Gutachter war der Flüchtling während der Tat schuldunfähig, er sei paranoid schizophren. Stimmen in seinem Kopf hätten ihm die Tat befohlen.

© dpa-infocom, dpa:220625-99-798872/2

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