Veröffentlicht am 27.09.2022 12:56

Studie: Mindestlohn-Anhebung betrifft 930.000 Arbeitnehmer

Ein Sparschwein steht auf einem Tisch neben Eurobanknoten. (Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration)
Ein Sparschwein steht auf einem Tisch neben Eurobanknoten. (Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration)
Ein Sparschwein steht auf einem Tisch neben Eurobanknoten. (Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration)

Die zum 1. Oktober anstehende Erhöhung des Mindestlohns dürfte sich einer Studie zufolge bei gut 930.000 Arbeitnehmern in Bayern auf dem Gehaltszettel niederschlagen. So viele Beschäftigte im Freistaat verdienen nach am Dienstag veröffentlichten Berechnungen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung noch weniger als 12 Euro pro Stunde. Allerdings gibt es große regionale Unterschiede.

Bayernweit liegt der Anteil der Studie zufolge bei 14,7 Prozent. Das ist deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 17,8 Prozent. Niedriger ist er nur in Baden-Württemberg mit 14,0 Prozent. Hamburg liegt mit Bayern gleichauf.

Allerdings gibt es im Freistaat große regionale Unterschiede - selbst zwischen benachbarten Landkreisen. Die höchsten Werte finden sich der Studie zufolge in Oberfranken und Oberbayern, die kleinsten in Mittelfranken und ebenfalls Oberbayern.

Konkret gibt es die niedrigsten Mindestlohn-Quoten in Erlangen mit 8,1 und dem Landkreis München mit 9,7 Prozent. Sie liegen auch bundesweit auf den Plätzen zwei und drei hinter Wolfsburg. In Bayern folgen auf den weiteren Plätzen Ingolstadt (10,7 Prozent), Weilheim-Schongau (10,8) Starnberg (10,9) und München Stadt mit 11,1 Prozent.

Dagegen gibt es 16 Landkreise und kreisfreie Städte mit Werten von 20 Prozent oder mehr. Die bayernweit höchsten Quoten weisen die oberfränkischen Landkreise Coburg mit 23,8 Prozent, Wunsiedel mit 23,1 Prozent und die kreisfreie Stadt Hof mit 22,6 Prozent auf. Dahinter folgen mit Garmisch-Partenkirchen (22,4 Prozent) und Cham (21,9) Landkreise aus Oberbayern und der Oberpfalz. Auffällig dabei ist, dass mit Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau die Landkreise mit dem vierthöchsten und viertniedrigsten Wert im Freistaat direkt aneinandergrenzen.

Im bundesweiten Vergleich sind allerdings selbst die höchsten bayerischen Quoten vergleichsweise niedrig. Den höchsten weist laut WSI Sonneberg in Thüringen mit 44 Prozent auf. Der Landkreis Coburg als bayerischer Spitzenreiter findet sich erst auf Rang 77.

© dpa-infocom, dpa:220927-99-915679/2

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