Veröffentlicht am 01.08.2022 15:01

So erreicht mehr Gießwasser die Straßenbäume

Immer öfter sieht man rings um Straßenbäume kleine Blumenbeete - das ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern schützt unter Umständen auch die Bäume vor dem Vertrocknen. (Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn)
Immer öfter sieht man rings um Straßenbäume kleine Blumenbeete - das ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern schützt unter Umständen auch die Bäume vor dem Vertrocknen. (Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn)
Immer öfter sieht man rings um Straßenbäume kleine Blumenbeete - das ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern schützt unter Umständen auch die Bäume vor dem Vertrocknen. (Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn)

Straßenbäumen geht es wie den Pflanzen im Garten: Sie leiden an trockenen Sommertagen Durst. Daher sollten wir als ihre Nachbarn Ihnen helfen: Circa acht bis zehn Eimer Wasser sollte man ihnen einmal pro Woche geben, rät der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) für ausgewachsene Bäume. Das ist ein üblicher Haushaltseimer mit 10 Liter Volumen voll. Doch die Bäume brauchen mehr Hilfe.

Denn das Gießwasser verdunstet an heißen Tagen schnell. Daher rät Afra Heil vom BUND, den Bodenbereich rund um den Stamm zu begrünen. Die Pflanzen an der sogenannten Baumscheibe halten den Boden lockerer - das fördert die Wasseraufnahme. Außerdem schützen sie den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung - und damit vor Verdunstung.

Erlaubnis beim Grünflächenamt einholen

Viele Kommunen erlauben nach Kenntnisstand der BUND-Expertin für Stadtnatur die Bepflanzung der Baumscheiben entlang der Straßen durch Anwohner. In der Regel sei jedoch eine gesonderte Genehmigung notwendig, die man beim zuständigen Grünflächenamt nachfragen kann.

Man sollte beim Bepflanzen darauf achten, dass die Baumwurzeln nicht verletzt werden. Daher sollte man den Boden besser nicht tiefer als zehn Zentimeter für die neuen Pflanzen auflockern. Eine zusätzliche Schicht Blumenerde sollte nicht höher als zwei Zentimeter sein, sonst kann der Stamm faulen.

Darum brauchen Straßenbäume im Sommer Wasser

Die Wurzeln dieser Gehölze haben meist nicht viel Platz, denn die Straßen und Gehwege sind mit Geröll und Steinen verdichtet. Die Lebensadern können sich also von Haus aus nicht weit genug verzweigen, um sich auch bei langanhaltender Trockenheit ausreichend mit Wasser zu vorsorgen.

Besonders die jungen Straßenbäume brauchen Gießhilfe. Denn ihre Wurzeln sind noch dabei, sich überhaupt auszustrecken. Und manche Bäume sind sogenannte Flachwurzler, etwa der Ahorn. Es kann sein, dass er nicht an das durch die Hitze gesunkene Grundwasser herankommt - auch nicht, wenn er schon ausgewachsen ist.

Lieber einmal groß als mehrmals klein gießen

Die Versorgungslage ist also schlecht und zugleich verdunsten die Bäume konstant Wasser. So verliert laut Afra Heil ein ausgewachsener Laubbaum an einem heißen Sommertag etwa 400 Liter Wasser.

Übrigens wird geraten, nicht täglich, sondern lieber einmal wöchentlich eine große Menge zu gießen - auch das hängt mit dem Wurzelwachstum zusammen. Sonst gelangt die Nässe nur an die Oberfläche des Bodens und im schlimmsten Fall werden die Pflanzen bei regelmäßiger Versorgung dazu angeregt, nur flache Wurzeln zu bilden statt solcher, die bis in die Tiefe reichen und länger die Selbstversorgung ermöglichen.

© dpa-infocom, dpa:220801-99-232390/2

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