Veröffentlicht am 25.11.2022 18:43

Räume nach Baggerarbeiten an geschütztem Wildbach durchsucht

Nach vermutlich unzulässigen Bauarbeiten an einem Wildbach in den geschützten Allgäuer Alpen hat die Polizei am Freitag bei einem Beschuldigten und einem Unternehmen Räume durchsucht. Die Kriminalpolizei in Kempten hat eine Ermittlungsgruppe gebildet, um mögliche Umweltschäden zu dokumentieren und die Verantwortlichen zu ermitteln.

Eine behördliche Genehmigung zur Durchführung der Arbeiten an dem Gewässer habe der ausführenden Alpgenossenschaft nicht vorgelegen, teilte die Polizei mit. Zunächst werde ein Verantwortlicher der Alpgenossenschaft als Beschuldigter gesehen. Die Mitarbeiter des Unternehmens, das die Arbeiten ausgeführt haben soll, werden hingegen nicht verdächtigt, obwohl auch dort durchsucht wurde. Die Beschäftigten des Betriebes sind bislang nur Zeugen in dem Fall.

Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) hatte bekannt gemacht, dass der streng geschützte Rappenalpbach bei Oberstdorf durch Baggerarbeiten auf einer Länge von eineinhalb Kilometern weitgehend zerstört worden sei. Mittlerweile beschäftigt der Fall auch den Landtag in München. Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) besuchte in dieser Woche das Gebiet und sprach davon, dass der einstmals verzweigte Bach nach den Arbeiten einer Kraterlandschaft ähnele.

Naturschützer fordern die Bestrafung der Verantwortlichen und die Wiederherstellung des ursprünglichen, natürlichen Bachlaufs. Die Polizei hat Wanderer aufgefordert, Fotos von dem Gebiet an die Ermittler zu schicken, wenn sie zwischen Mai und Oktober im Rappenalptal waren.

© dpa-infocom, dpa:221125-99-665510/2

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