Veröffentlicht am 17.06.2022 04:32

Nun beginnt im Garten die Wintervorbereitung

Der Höhepunkt des Gartenjahres ist zur Sommersonnenwende erreicht: Alles sprießt, vieles blüht und duftet. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)
Der Höhepunkt des Gartenjahres ist zur Sommersonnenwende erreicht: Alles sprießt, vieles blüht und duftet. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)
Der Höhepunkt des Gartenjahres ist zur Sommersonnenwende erreicht: Alles sprießt, vieles blüht und duftet. (Foto: Christin Klose/dpa-tmn)

Der Höhepunkt des Gartenjahres ist erreicht: Alles sprießt, vieles blüht und duftet. Das hängt mit dem Verlauf der Sonne um die Erde zusammen, der in Europa am 21. Juni in die Sommersonnenwende mündet.

„An diesem Punkt erhalten die Pflanzen das Maximum an Sonnenlicht im Verlauf der Gartensaison“, sagt Isabelle Van Groeningen von der Königlichen Gartenakademie in Berlin. „Vom Frühjahr an bis dorthin haben die Pflanzen daher auch ihren Haupt-Wachstumsschub. Dann flacht die Kurve langsam ab.“

Düngung einstellen

Denn mit der Sommersonnenwende am 21. Juni wird das Ende der Sonnenzeit eingeläutet. Die Tage werden wieder kürzer. Das ist das Signal für die ersten Stauden, sich langsam auf den Rückzug zu machen - und für Gehölze, sich auf den Winter vorzubereiten. „Die neuen, noch zarten und weichen Triebe müssen abgehärtet werden“, so Isabelle Van Groeningen. „Das heißt, sie müssen genügend verhärten, so dass sie bei den ersten Nachtfrösten nicht erfrieren.“

„Das ist auch der Grund, warum man Pflanzen im Herbst nicht mehr düngt. Sonst würden sie zu spät noch einen Wachstumsschub kriegen“, sagt die Leiterin und Dozentin der Gartenakademie. Einjährige Beet- und Balkonpflanzen ausgenommen: „Die will man ja bis in den Spätsommer und Herbst durchblühen lassen. Aber die Rosen zum Beispiel würde ich spätestens Ende Juli noch mal düngen, danach nicht mehr.“

Rückschnitt fördert zweite Blüte

Schon früher, zur Sommersonnenwende und noch etwa bis zu 14 Tage danach, rät Van Groeningen zu einem Rückschnitt einiger frühblühender Stauden. „Zum Beispiel Katzenminze und Salbei können dann noch mal eine weitere Blüte bilden. Wenn man damit zu lange nach der Sommersonnenwende wartet, reicht die Tageslänge nicht mehr und den Pflanzen fehlt der Energieschub, den es braucht, um eine neue gute Blüte zu bilden.“

Gleiches gilt für die Nachsaat von Gemüse - die ist nun nicht mehr mit allen Pflanzen möglich. „Zucchini, Auberginen und Tomaten bekommen nicht mehr die Energie, um noch mal großartig Früchte zu bilden“, sagt Van Groeningen. „Diese Gemüsepflanzen, die man über längere Zeit beernten kann, haben eine relative lange Anlaufzeit. Schnelles Gemüse wie Radieschen, Salat und Möhren kann man aber weiterhin säen.“

Übrigens, auch einige Bauernregel beziehen sich auf diese Zeitenwende im Garten, aber mit Verweis auf den Johannistag am 24. Juni. Ein Beispiel: „Johannis tut dem Winter wieder die Türe auf.“

Isabelle Van Groeningen: Die sieben Jahreszeiten. Neue Anregungen für den Garten rund ums Jahr, 2022, Insel Verlag Berlin, 271 Seiten, 26 Euro, ISBN: 978-3-458-64295-4

© dpa-infocom, dpa:220616-99-688386/3

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