Naturschützer verärgert über Aufwand bei G7-Gipfel

Ein Hubschrauber der Bundespolizei fliegt über das Gelände des G7-Gipfels auf Schloss Elmau. (Foto: Philipp von Ditfurth/dpa/Archivbild)
Ein Hubschrauber der Bundespolizei fliegt über das Gelände des G7-Gipfels auf Schloss Elmau. (Foto: Philipp von Ditfurth/dpa/Archivbild)
Ein Hubschrauber der Bundespolizei fliegt über das Gelände des G7-Gipfels auf Schloss Elmau. (Foto: Philipp von Ditfurth/dpa/Archivbild)

Umweltschützer haben den Aufwand rund um den G7-Gipfel auf Schloss Elmau scharf kritisiert. Zahlreiche Hubschrauberflüge, ständig zirkulierende Polizeiwagen, Diesel-Generatoren - das sei kein Aushängeschild für das Treffen gewesen, das den Klimawandel als ein zentrales Thema auf der Agenda hatte. Von einem nachhaltigen Gipfel könne keine Rede sein, sagte der Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz in Bayern (BN), Axel Doering, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

„Wie man das Wort Nachhaltigkeit und G7-Gipfel in einen Satz packen kann, ist mir ein vollkommenes Rätsel“, sagte Doering, der auch Präsident des Umweltdachverbandes Cipra Deutschland ist. Er hoffe, dass nun wenigstens die Beschlüsse des Gipfels eine Verlangsamung des Klimawandels brächten.

Ununterbrochen seien Hubschrauber über dem Ort gekreist. Etwa wurden Journalisten von Garmisch-Partenkirchen ins Luftlinie zehn Kilometer entfernte Schloss Elmau geflogen. Polizeiwagen hätten auch im Stand den Motor laufen gelassen - „wahrscheinlich wegen der Klimaanlage“.

Etwa an Kontrollstellen an den Straßen liefen Diesel-Generatoren. Die Polizei teilte dazu mit, Diesel-Aggregate seien nur eingesetzt worden, wo Stromversorgung nötig und über das Netz nicht möglich gewesen ist. „Dass bei Fahrzeugen auch im Stand der Motor weiter läuft, kann unter anderem deshalb nötig sein, da in den Fahrzeugen technische Geräte in Betrieb sind“, sagte ein Sprecher weiter. Sonst könne die Batterie entladen und das Fahrzeug nicht mehr einsatzfähig sein. Um den Gipfel habe die Polizei nur wenige Elektrofahrzeuge eingesetzt. „Insbesondere deshalb, weil entsprechend lange Ladezeiten und geringere Reichweiten deren Einsatzbereich sehr stark einschränken.“

Doering hatte schon vor dem Gipfel auch die Absperrung um das Schloss kritisiert, einen kilometerlangen Zaun. „Das ist die Kinderstube der Natur in dieser Zeit.“ Auch die Hubschrauberflüge störten die sensible Natur. „Das passt hier nicht hin - genau wie der ganze Gipfel hier nicht hinpasst.“ Und: Just öffentlich zugängliche Ladestationen für Elektroautos waren wochenlang nicht zugänglich, da die Bundespolizei den betreffenden Parkplatz für sich gesperrt hatte.

© dpa-infocom, dpa:220629-99-847781/2

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