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Die schönsten Sommerblumen vermehren

Vermissen Sie schon den Sommer im Garten und seine Blumen? Jetzt ist die richtige Zeit, von den schönsten Exemplaren im Beet Ableger zu ziehen. Und man kann die alten Pflanzen dann besser überwintern.

Die schönsten Sommerblumen vermehren
Geranien lassen sich vermehren - und zwar auf denkbar einfache Weise. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa-tmn
31.08.2021 10:50 Uhr

Veitshöchheim (dpa/tmn) - Sommerblumen zu vermehren, ist so einfach. Grob gesagt: Man schneidet einen Trieb der alten Pflanze ab, steckt ihn ins Wasser oder die Erde und nach wenigen Wochen haben sie ein weiteres Exemplar ihrer Lieblingsblume. Es gibt aber noch den einen und anderen Trick, auf den die Experten der Bayerischen Gartenakademie hinweisen.

Man nennt diese Triebe zur Vermehrung Stecklinge - jetzt zum Sommerende und Herbstbeginn ist eine gute Gelegenheit, sie abzuschneiden. Für diese Vermehrungsmethode eignen sich viele Beet- und Balkonblumen, etwa Fuchsien, Pelargonien und Wandelröschen. Aber auch Kräuter wie Lavendel, Rosmarin, Zitronenverbene und Minze lassen sich so vervielfachen.

Fest gewordene, holzige Triebe wählen

Wichtig ist, dass man junge Triebe von gesunden und kräftigen Eltern-Pflanzen nimmt, die nicht mehr weich sind. Profis sprechen dann von verholzten Trieben. Der Steckling sollte möglichst frei von Blüten und Knospen sein und drei bis vier Blattpaare haben.

Direkt unterhalb eines Blattpaares sollte man den Steckling dann mit einem scharfen Messer kappen. Ein stumpfes Messer würde die Pflanze zu sehr verletzen. Weitere kleine Blätter an der Blattachse werden entfernt. Sollte sich kein Trieb ohne Blüten finden, werden diese so abgenommen, dass der Stiel nicht beschädigt wird.

Nährstoffarme Aussaaterde

Das Substrat sollte nährstoffarme Aussaaterde sein, man kann sie noch mit Sand mischen. Die Stecklinge werden einfach in die Mitte des Topfs gesteckt, angegossen und leicht mit Folie abgedeckt. Diese wird am besten täglich gehoben, so dass hohe Luftfeuchte und Schwitzwasser weggelüftet werden und Pilze die Pflanze nicht befallen können. Der Steckling sollte hell, aber nicht in der direkten Sonneneinstrahlung stehen.

Nach etwa zwei Wochen haben sich die ersten Wurzeln entwickelt. Alternativ lassen sich viele Stecklinge in einem Wasserglas ziehen - und dabei die Wurzelbildung beobachten.

Überwinterungsmethode für große Balkonpflanzen

Diese Vermehrungsmethode mit Stecklingen hat übrigens ein paar praktische Vorteile - neben dem Effekt, dass man kostenlos Pflanzen für die nächste Saison heranreifen lässt. Außerdem kann man unter Umständen so auch mehr frostempfindliche Pflanzen überwintern. Denn klassische Balkon- und Kübelpflanzen erreichen mitunter bis zum Saisonende große Ausmaße und brauchen Platz, den viele nicht haben. Für kleinere Stecklinge hingegen schon eher.

Und natürlich lohnt es sich laut Gartenakademie, gerade alte, eher unbekannte und außergewöhnliche Sorten im Garten zu erhalten, da man sie eher schwer im Handel nachkaufen kann.

© dpa-infocom, dpa:210831-99-34769/2



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