RATGEBER: Bauen & Wohnen

Verkäufer wird beteiligt

Auftraggeber muss Hälfte der Maklerkosten selber zahlen

Wer eine Immobilie kauft, muss oft eine Provision an den vermittelnden Makler entrichten. Je nach Höhe des Kaufpreises kann das einige Zusatzkosten bedeuten. Der Gesetzgeber sorgt jetzt jedoch für eine Entlastung.

Aufteilung der Maklerkosten
Bei dem Verkauf einer Immobilie muss der Auftraggeber künftig die Hälfte der Maklerkosten übernehmen. Foto: picture alliance / dpa-tmn
15.05.2020 18:01 Uhr

Berlin (dpa) - Die Käufer von Wohnungen und Einfamilienhäusern werden bei den Maklerkosten zumindest teilweise entlastet. Nach einer Gesetzesänderung, die der Bundestag jetzt verabschiedet hat, muss der Verkäufer mindestens die Hälfte der Provision selber bezahlen, wenn er den Makler beauftragt hat.

Der Käufer muss seinen Anteil zudem erst dann überweisen, wenn der Verkäufer seine Zahlung nachgewiesen hat. Bisher übernimmt meist der Käufer komplett die Maklerprovision von bis zu sieben Prozent des Kaufpreises.

«Durch die neuen Regeln erleichtern wir jungen Menschen und Familien die Bildung von Wohneigentum», erklärte Justizministerin Christine Lambrecht (SPD). Falls allerdings der Käufer einen Makler eingeschaltet hat, gilt auch umgekehrt der Grundsatz, dass in erster Linie der jeweilige Auftraggeber zahlungspflichtig ist. Auch in diesem Fall kann er maximal die Hälfte der anfallenden Kosten weitergeben.

Der Immobilienverband Deutschland (IVD) sieht die Neuregelung kritisch. Er sieht keine Notwendigkeit, die Maklerkosten gesetzlich zu regulieren. «Jede Immobilientransaktion ist einzigartig und erfordert Flexibilität auch bei der Honorierung des Maklers», erklärte IVD-Präsident Michael Schick. Diese Flexibilität werde künftig stark eingeschränkt.

Gesetzentwurf der Bundesregierung

Beschlussempfehlung mit Detailänderungen

abgelehnter Gesetzentwurf der AfD-Fraktion



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