Veröffentlicht am 27.05.2022 10:49

Mann lebensgefährlich verletzt und geflohen: Kripo sucht VW Bora

Der Fußgänger lief an dieser Stelle auf der linken Seite der Straße, als er von einem entgegenkommenden Wagen erfasst wurde. (Foto: Manfred Blendinger)
Der Fußgänger lief an dieser Stelle auf der linken Seite der Straße, als er von einem entgegenkommenden Wagen erfasst wurde. (Foto: Manfred Blendinger)
Der Fußgänger lief an dieser Stelle auf der linken Seite der Straße, als er von einem entgegenkommenden Wagen erfasst wurde. (Foto: Manfred Blendinger)

Die Kripo sucht einen VW Bora. Von einem Wagen dieses Typs fanden sich Spuren an der Stelle, an der in Feuchtwangen ein Fußgänger lebensgefährlich verletzt wurde. Der Fahrer oder die Fahrerin kümmerte sich nicht um den 20-Jährigen. Er wurde erst drei Stunden später im Graben gefunden.

Eine 16-köpfige Ermittlungskommission hat rund 200 Spuren und Hinweise überprüft. Dazu gehören Bruchteile aus Kunststoff, die an der Unfallstelle gefunden wurden. Sie können einem VW der Modellreihe Bora zugeordnet werden. Dies ist eine Stufenheck-Variante des VW Golf. Sie wurde unter dem Namen Bora, davor und danach als VW Jetta verlauft. Die gesuchte Limousine stammt aus dem Herstellungszeitraum zwischen 1999 und 2006.

Nach dem aktuellem Ermittlungsstand war der 20-Jährige am Samstag, 24. April, kurz nach 4 Uhr zu Fuß auf dem Heimweg in den Feuchtwanger Ortsteil Ungetsheim. Er kam von einer Party in Bergnerzell und ging auf der linken Straßenseite.

Sein Heimweg wäre nur zwei Kilometer lang gewesen, doch nach 600 Meter erfasste ein Wagen den jungen Mann. Der 20-Jährige blieb mit schwersten Verletzungen im Straßengraben liegen, bis ihn gegen 7 Uhr ein Autofahrer entdeckte. Weil niemand weiß, wie schnell der Fußgänger tatsächlich vorankam, nachdem er gegen 4 Uhr die Party verlassen hatte, nennt die Polizei als möglichen Zeitraum zwischen 4.30 Uhr und 6.50 Uhr.

Der Zustand des jungen Mannes war von den Ärzten auch Wochen nach dem Unfall als akut lebensgefährlich eingestuft worden. Zwischenzeitlich befindet sich der 20-jährige außer Lebensgefahr, muss allerdings weiterhin im Krankenhaus versorgt werden.

In den fünf Wochen seit dem Unfall hat die Kripo keine Einzelheiten zu ihren Ermittlungen mitgeteilt. Nun bittet sie die Bevölkerung um Mithilfe und sucht wichtige Zeugen. Für sachdienliche Hinweise hat das Landeskriminalamt eine Belohnung von 3000 Euro ausgesetzt. Die Fragen der Kripo sind:

Wem ist in der Nacht auf den Samstag, 23. April, oder in den Tagen danach in der Region um Feuchtwangen ein beschädigter VW Bora aufgefallen?

Wem ist in den Tagen nach dem Unfall ein ungewöhnliches Verhalten von Personen aufgefallen, die einen VW Bora besitzen beziehungsweise fahren?

Wer kennt Personen, die einen VW Bora besitzen beziehungsweise fahren und diesen in der Folgezeit nach dem Unfall nicht mehr wie gewohnt oder gar nicht mehr nutzen?

Nach der Schwere der Verletzungen gilt es als wahrscheinlich, dass der Wagen nicht nur an der Front, sondern auch am Kotflügel oder an der Windschutzscheibe beschädigt wurde. Gleichzeitig zu der öffentlichen Suche überprüft die Kripo aktiv die Halter des gesuchten Wagentyps.

Allerdings ist deren Zahl nicht nur im Raum Feuchtwangen beträchtlich. Die Unfallstelle zwischen der Spielbank Feuchtwangen und dem Autobahnkreuz Feuchtwangen/Crailsheim liegt nur wenige Kilometer von der Landesgrenze zu Baden-Württemberg entfernt, so dass auch VW Bora aus dem benachbarten Bundesland in Frage kommen.

Die Ermittler wollen nicht gänzlich ausschließen, dass es genau an dieser Stelle kurz vorher einen anderen Unfall gegeben haben könnte. Deshalb bitte sie auch um Meldungen, falls jemand in der Vergangenheit einen Unfall oder einen Wildunfall auf der Kreisstraße zwischen Bergnerzell und Ungetsheim gehabt haben sollte.

Zeugen, die Hinweise auf das Unfallgeschehen, das Fahrzeug oder sonst beteiligte Personen geben können, werden gebeten, sich mit dem Kriminaldauerdienst Mittelfranken in Verbindung zu setzen. Er ist unter der Rufnummer 0911/2112-3333 rund um die Uhr erreichbar.

Manfred Blendinger

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