Knobloch: Aussage ist „Beleidigung der Opfer des Holocaust“

Charlotte Knobloch, frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden, nimmt an einer Kundgebung teil. (Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild)
Charlotte Knobloch, frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden, nimmt an einer Kundgebung teil. (Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild)
Charlotte Knobloch, frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden, nimmt an einer Kundgebung teil. (Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild)

Die Holocaust-Äußerung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas ist aus Sicht der früheren Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, „eine Beleidigung der Opfer des Holocaust“. Wer den israelischen Staat als „Apartheidssystem“ beschimpfe und ihm „in grotesker Umkehr der Geschichte einen Holocaust vorwirft, der kann kein Gesprächspartner für uns sein“, sagte die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern am Mittwoch.

Abbas hatte Israel am Dienstag vielfachen „Holocaust“ an den Palästinensern vorgeworfen und damit Empörung ausgelöst. „Israel hat seit 1947 bis zum heutigen Tag 50 Massaker in 50 palästinensischen Orten begangen“, sagte Abbas bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und fügte hinzu: „50 Massaker, 50 Holocausts.“

Der Kanzler erwiderte darauf in der Pressekonferenz nichts und distanzierte sich erst später von den Äußerungen. Er wird dafür von Oppositionspolitikern kritisiert. Später sagte er der „Bild“-Zeitung: „Gerade für uns Deutsche ist jegliche Relativierung des Holocaust unerträglich und inakzeptabel.“ Der Kanzler hatte Abbas während der Pressekonferenz vor den „Holocaust“-Aussagen aber bereits kritisiert, weil Abbas die israelische Politik als „Apartheidssystem“ bezeichnet hatte.

© dpa-infocom, dpa:220817-99-416407/2

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