Klage abgewiesen: Asylbewerber kettet sich vor Gericht an

Das Verwaltungsgericht Ansbach hat die Klage eines Iraners abgewiesen. Er kettete sich deshalb am Geländer vor der Eingangstür an. (Foto: Larissa Haug)
Das Verwaltungsgericht Ansbach hat die Klage eines Iraners abgewiesen. Er kettete sich deshalb am Geländer vor der Eingangstür an. (Foto: Larissa Haug)
Das Verwaltungsgericht Ansbach hat die Klage eines Iraners abgewiesen. Er kettete sich deshalb am Geländer vor der Eingangstür an. (Foto: Larissa Haug)

Ein 33-Jähriger hat sich vor dem Verwaltungsgericht Ansbach an ein Treppengeländer gekettet. Er protestierte damit laut Polizei gegen die Ablehnung seines Asylantrags.

Nach den Angaben der Polizei kam es zu der Verzweiflungstat am Mittwoch gegen 12.50 Uhr. Der Iraner kettete sich vor dem Gericht gegenüber des Ansbacher Schlosses an das Geländer der Rollstuhltreppe.

Neben ihm lagen mehrere leere Tablettenblister. Beim Eintreffen von Polizei, Notarzt und Rettungswagens schrie der Mann, weinte und sagte "Bitte helfen". Die eiserne Gliederkette wurde mit einem Bolzenschneider geöffnet.

Laut Polizei war nicht klar, ob und wie viele Tabletten er eingenommen hatte. Der 33-Jährige kam in das Bezirksklinikum zur medizinischen Behandlung.

Der Grund für die Aktion war wohl ein Anruf von ihm unmittelbar vorher beim Gericht. Dabei war ihm nach den Angaben eines Gerichtssprechers mitgeteilt worden, dass seine Klage abgewiesen wird. Der Iraner hatte versucht, mit der Klage gegen einen negativen Bescheid der Ausländerbehörde vorzugehen.

Wie es am Verwaltungsgericht üblich ist, wird das Ergebnis einer Verhandlung telefonisch kurz mitgeteilt. Die ausführliche schriftliche Urteilsbegründung liegt aber noch nicht vor.

Gegen die Abweisung der Klage kann der 33-Jährige beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof in die zweite Instanz gehen. Eine zufällig am Gerichtseingang vorbeikommende Rechtsanwältin bot dem 33-Jährigen spontan ihre Unterstützung bei der Anfechtung des negativen Bescheids an.

Manfred Blendinger

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