Veröffentlicht am 28.09.2022 11:51

Großes Interesse an Einzelschau von Gebetbuch in Litauen

Das meisterhaft verzierte Gebetbuch liegt in einem Glaskasten. (Foto: -/Museum im Großfürstenpalast in Vilnius /dpa/Archivbild)
Das meisterhaft verzierte Gebetbuch liegt in einem Glaskasten. (Foto: -/Museum im Großfürstenpalast in Vilnius /dpa/Archivbild)
Das meisterhaft verzierte Gebetbuch liegt in einem Glaskasten. (Foto: -/Museum im Großfürstenpalast in Vilnius /dpa/Archivbild)

Ein in Litauen ausgestelltes Meisterwerk aus dem Bestand der Bibliothek der Ludwig Maximilians-Universität (LMU) ist auf großes Publikumsinteresse gestoßen. Mehr als 27.000 Menschen - darunter auch der litauische Staatspräsident Gitanas Nausėda - besuchten die Sonderschau „Geistiger Schild“ mit dem Gebetbuch des litauischen Großkanzlers Albertus Gastold im Großfürstenpalast in Vilnius. Damit sei sie eine der beliebtesten Ausstellungen mit einem Einzelexponat gewesen, wie eine Museumssprecherin am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Demnach gelte eine Ausstellung üblicherweise als gelungen, wenn sie rund 20.000 Besucher anziehe.

In der Sonderschau wurde das Gebetbuch erstmals außerhalb Münchens im Original präsentiert. Die am 27. Juni eröffnete Ausstellung, deren Laufzeit um zwei Wochen bis zum 16. September verlängert worden war, bildete einen Teil der Feierlichkeiten zum 700-jährigen Bestehen der Stadt Vilnius. Schirmherren waren die litauische Regierungschefin Ingrida Simonyte und der bayerische Ministerpräsident Markus Söder.

Das Gebetbuch wurde einst von dem bedeutenden polnischen Künstler und Zisterziensermönch Stanisław Samostrzelnik geschaffen. Auftraggeber für das 1528 in Krakau verfasste und mit einem Vorwort in Latein versehene Werk war Albertus Gastold (um 1480-1539). Als Großkanzler des Großfürstentums Litauen war Gastold damals eine der einflussreichsten Menschen in dem heutigen baltischen EU-Land.

Die Handschrift dürfte nach Angaben der Ausstellungsorganisatoren als Teil der reichen Mitgift der Prinzessin von Polen und Litauen, Anna Katharina Konstanze Wasa (1619-1651), nach Bayern gelangt sein, die 1642 in Warschau den Pfalzgrafen und Herzog von Pfalz-Neuburg Philipp Wilhelm (1615-1690) heiratete. Es gelang Anfang des 18. Jahrhunderts in den Besitz der Universitätsbibliothek.

© dpa-infocom, dpa:220928-99-928800/2

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