Fußgänger lebensgefährlich verletzt: Polizei tappt immer noch im Dunkeln

An dieser Stelle der gut ausgebauten Straße wurde der 20-Jährige nach links in den Straßengraben geschleudert. (Foto: Manfred Blendinger)
An dieser Stelle der gut ausgebauten Straße wurde der 20-Jährige nach links in den Straßengraben geschleudert. (Foto: Manfred Blendinger)
An dieser Stelle der gut ausgebauten Straße wurde der 20-Jährige nach links in den Straßengraben geschleudert. (Foto: Manfred Blendinger)

Seit zwei Wochen versucht die Polizei zu klären, wer in einem Feuchtwanger Ortsteil an einem Samstagmorgen einen 20-Jährigen mit einem Pkw lebensgefährlich verletzt hat. Bisher vergeblich. Deshalb startet die Kripo eine neue Bitte um Hinweise.

Mehrere Menschen kennen die Antwort. Der Fahrer oder die Fahrerin, Familie, Freunde, vielleicht auch Nachbarn und die Mitarbeiter einer Autowerkstatt. Denn der Pkw, der den 20-Jährigen erfasste, muss schwer beschädigt worden sein. Sicher am Kotflügel, vermutlich auch an der Windschutzscheibe.

Ein Fest im Feuchtwanger Ortsteil Bergnerzell am Freitag, dem 22. April, dauert lang. Erst vier Stunden nach Mitternacht macht sich ein 20-Jähriger zu Fuß auf den Heimweg. Er wohnt in Ungetsheim, nur zwei Kilometer entfernt.

Die beiden Orte haben zwischen 100 und 150 Einwohner. Die Straße zwischen ihnen ist für eine Kreisstraße ungewöhnlich breit und gut ausgebaut. Es gibt keine Engstelle, keine scharfen Kurven, keine die Sicht einschränkenden Bäume oder Büsche. Alles ist übersichtlich, wenn man nicht zu schnell fährt.

Der Fußgänger läuft auf der linken Straßenseite. Nach rund 600 Metern kommt ihm ein Pkw entgegen. Der Wagen trifft den jungen Mann so schwer, dass dieser mit lebensgefährlichen Verletzungen im Graben liegenbleibt.

Der Fahrer oder die Fahrerin muss, da ist sich die Polizei sicher, den Aufprall wahrgenommen haben - und trotzdem nicht angehalten, nicht einmal gebremst. Notarzt und Polizisten versuchen, nach ihren Erfahrungen auf den Hergang des Unfalls zu schließen. Die Muster der Verletzungen bringen die Polizei zu der Einschätzung, dass es ein Pkw gewesen sein muss.

Erst fast drei Stunden nach dem Unfall, gegen 7 Uhr, fällt beim beginnenden Tageslicht der Blick eines Autofahrers an dieser Stelle in den Graben. Er sieht eine reglose Person liegen und setzt einen Notruf ab.

Der 20-Jährige ist noch am Leben. Er wird mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen, doch bis heute schwebt er in akuter Gefahr. "Sein Zustand muss nach wie vor als kritisch eingestuft werden", sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Mittelfranken.

Die Polizei will nicht hinnehmen, dass jemand einen Menschen umfährt und dann nicht anhält, um sofort Hilfe zu holen. Bei seinen Verletzungen hätte es für den 20-Jährigen einen großen, möglicherweise lebensrettenden Unterschied gemacht, wenn ein Notarzt drei Stunden früher in dem Straßengraben gewesen wäre.

Die Kripo stellt eine 16-köpfige Ermittlungskommission auf. Ihre Hoffnung, mit so vielen Kräften den Unfall rasch klären zu können, erfüllt sich nicht. "Die Ansbacher Kriminalpolizei konnte bislang keinen Tatverdächtigen identifizieren und bittet weiterhin dringend um Zeugenhinweise", erklärt die Sprecherin des mittelfränkischen Polizeipräsidiums. "Bislang überprüften die Beamten eine Vielzahl von Spuren und gingen etlichen Hinweisen nach. Eine erfolgversprechende Spur, die zur Ergreifung eines Tatverdächtigen führen könnte, war bislang nicht dabei."

Die Kripo sucht weiter nach Hinweisen auf einen Pkw, der seit dem Samstag, 23. April, für eine gewisse Zeit nicht mehr gesehen, zur Reparatur in eine Werkstatt gebracht oder irgendwo untergestellt wurde. Und nach dem Menschen am Steuer, der den Fehler vielleicht einsieht und sich selbst meldet.

Personen, die Angaben zum Unfallhergang oder Hinweise auf den Unfallverursacher geben können, werden gebeten, sich mit dem Kriminaldauerdienst unter der Rufnummer 0911/2112-3333 in Verbindung zu setzen.

Manfred Blendinger

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