Veröffentlicht am 04.07.2022 18:12

FC Bayern debattiert über Reizthema Katar

Der FC Bayern hat einen Runden Tisch zum Streitthema Katar veranstaltet. Vorstandschef Oliver Kahn und Präsident Herbert Hainer waren am Montag in der Allianz Arena für den deutschen Fußball-Rekordmeister bei dem Austausch dabei. An der Diskussion nahmen unter anderen noch Hassan Al-Thawadi, Cheforganisator der WM 2022, aber auch das Katar-kritische Bayern-Mitglied Michael Ott oder Stephen Cockburn, Leiter wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit bei Amnesty International, teil.

„Wir sehen diese WM als eine einzigartige Chance, eine Veränderung anzustoßen“, sagte der per Video zugeschaltete Cockburn und hob auch Reformbemühungen Katars hervor. Er mahnte zugleich aber die in dem Land begangenen Verstöße etwa gegen Arbeits- und Menschenrechte an. Die Veränderungen müssten „so schnell wie möglich passieren“.

Der FC Bayern hat einen bis 2023 laufenden Sponsorenvertrag mit der Fluglinie Qatar Airways. Die Geschäftsbeziehung mit Katar ist in der Fanszene des Clubs aber wegen der umstrittenen Menschenrechtssituation im Gastgeberland der WM 2022 und der Arbeitsverhältnisse auf den WM-Baustellen ein Reizthema.

Bayern-Mitglied Ott hatte auf der turbulenten Jahreshauptversammlung des FC Bayern im Herbst 2021 einen Spontanantrag einbringen wollen, um über das Sponsoring mit der Fluglinie abstimmen zu lassen. Das ließ das Präsidium nicht zu. Ott hatte daraufhin das Verhalten der FCB-Führung scharf kritisiert.

Katar wird immer wieder wegen systematischen Menschenrechtsverstößen und Ausbeutung von Migranten kritisiert. Die Regierung des reichen Emirats weist die Vorwürfe zurück und führt Reformen zu Gunsten der ausländischen Arbeiter an.

© dpa-infocom, dpa:220704-99-907160/2

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