Fahrer volltrunken: Sattelzug hinterlässt Spur der Verwüstung bei Lichtenau | FLZ.de

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Veröffentlicht am 28.04.2024 16:05

Fahrer volltrunken: Sattelzug hinterlässt Spur der Verwüstung bei Lichtenau

Ein Sattelzug hat die Polizei bei Lichtenau und Heilsbronn beschäftigt und einen schweren Unfall verursacht. (Symbolbild: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa)
Ein Sattelzug hat die Polizei bei Lichtenau und Heilsbronn beschäftigt und einen schweren Unfall verursacht. (Symbolbild: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa)
Ein Sattelzug hat die Polizei bei Lichtenau und Heilsbronn beschäftigt und einen schweren Unfall verursacht. (Symbolbild: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa)

Mehrere Notrufe über den gefährlichen Fahrstil eines Sattelzuges auf der Autobahn 6 gingen am Samstag gegen 21.20 Uhr bei der Polizei ein. Demnach war er zwischen den Anschlussstellen Schwabach-West und Lichtenau (Landkreis Ansbach) in Fahrtrichtung Heilbronn in Schlangenlinien über alle Fahrspuren unterwegs. Dabei touchierte er sogar die Mittelleitplanke. Außerdem bremste er laut den Anrufern teilweise auf 30 Stundenkilometer ab.

Noch während Streifen der Verkehrspolizei Ansbach zu ihm unterwegs war, verließ der Sattelzug die Autobahn an der Anschlussstelle Lichtenau und bog - verfolgt von mehreren Zeugen - auf die Staatsstraße 2223 in Richtung Windsbach ab. Auch auf der Staatsstraße nutzte er laut Polizeibericht teilweise die Gegenfahrbahn.

62-Jährige im Auto eingeklemmt

Mittlerweile war auch eine Streife der Polizei Heilsbronn dazugekommen und gab Signale zum Anhalten. Doch der Sattelzug fuhr weiter und stieß wenig später mit einem ihm entgegenkommenden Auto zusammen. Die Fahrerin, eine 62-Jährige aus dem Landkreis Ansbach, konnte nicht mehr rechtzeitig ausweichen.

Ihr Auto geriet durch den Aufprall ins Schleudern, überschlug sich und blieb auf dem Dach im Straßengraben liegen. Die Frau wurde eingeklemmt. Sie musste durch die Feuerwehren Neuendettelsau und Schlauersbach/Kirschendorf aus dem Fahrzeug geborgen werden. Sie kam mit mittelschweren Verletzungen ins Krankenhaus Ansbach. Am Auto entstand ein Schaden von etwa 13.000 Euro.

Drei Streifenwagen folgten

Selbst dieser Unfall hielt den 45-jährigen ukrainischen Fahrer des Sattelzuges mit polnischem Kennzeichen aber nicht davon ab, weiterzufahren. Während eine Streife der Polizeiinspektion Heilsbronn sich um den Pkw-Unfall kümmerte, folgten drei weitere Streifen dem Sattelzug. Der Fahrer ignorierte noch etwa weitere zwei Kilometer die Anhalteaufforderungen der Polizei, bis er über die Gegenfahrbahn hinaus nach links von der Straße abkam und selbst im Straßengraben landete. Dabei wurde der Sattelzug erheblich beschädigt. Der Schaden wird von der Polizei auf etwa 20.000 Euro geschätzt.

Ein zwischenzeitlich alarmierter Polizeihubschrauber konnte noch vor Erreichen der Einsatzstelle wieder abdrehen. Bei der Festnahme des Fahrers nahmen die Polizisten deutlichen Alkoholgeruch wahr. „Aufgrund seines Zustandes waren eine Atemalkoholprobe und jegliche Kommunikation nicht möglich”, so die Polizei.

Straße für Bergung gesperrt

Der 45-Jährige selbst blieb bei beiden Unfällen aber unverletzt. Er wurde aufgrund seiner offenbar erheblichen Alkoholisierung ins Klinikum gebracht, eine Blutentnahme wurde angeordnet. Die Verkehrspolizei Ansbach zog auf Beschluss der Staatsanwaltschaft einen Gutachter zur Unfallaufnahme hinzu. Die Staatsanwaltschaft ordnete außerdem eine Sicherheitsleistung im vierstelligen Bereich an.

Während des Einsatzes und der anschließenden Bergung des Sattelzuges war die Staatsstraße teilweise voll gesperrt. Die Verkehrspolizeiinspektion Ansbach bittet weitere Verkehrsteilnehmer, die - insbesondere auf der Staatsstraße - durch denentgegen kommendenSattelzug gefährdet wurden, sich unter der Telefonnummer 0981/9094430 zu melden.


Gudrun Bayer
Gudrun Bayer
... ist seit Oktober 2020 bei der FLZ und hat hier als Chefredakteurin ihren Traumjob gefunden. Als Autorin tritt die frühere Sportredakteurin, Gerichtsreporterin und Magazinredakteurin nur noch selten in Erscheinung. Nach mehr als 25 Jahren im Journalismus werkelt sie mehr im Hintergrund dafür, dass ihre Kolleginnen und Kollegen gute Rahmenbedingungen für die Berichterstattung haben. Und sie hat ein Herz für die Ausbildung.
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