Veröffentlicht am 22.05.2022 14:40

Bund Naturschutz: Öko-Vorgaben wegen Krieg nicht aufweichen

Ein Mähdrescher leert Getreide in einen Kipper. (Foto: Nicolas Armer/dpa/Archivbild)
Ein Mähdrescher leert Getreide in einen Kipper. (Foto: Nicolas Armer/dpa/Archivbild)
Ein Mähdrescher leert Getreide in einen Kipper. (Foto: Nicolas Armer/dpa/Archivbild)

Der Bund Naturschutz (BN) Bayern warnt davor, wegen des Ukraine-Kriegs ökologische Vorgaben für die Landwirtschaft aufzuweichen. Die durch den Krieg verursachte Getreideknappheit dürfe „nicht dazu missbraucht werden, wichtige Weichenstellungen im Landwirtschafts- und Ernährungssektor in Frage zu stellen“, teilte der Verband im Vorfeld seiner Delegiertenversammlung am Wochenende in Memmingen mit. Am Sonntag wollen die mehr als 200 BN-Delegierten über einen entsprechenden Leitantrag des Landesvorstands entscheiden.

Im Entwurf dazu wird betont, Grundsatzbeschlüsse wie die Stilllegung von vier Prozent Ackerfläche bei allen größeren Betrieben ab dem Jahr 2023, der Ausbau des Ökolandbaus auf 30 Prozent und die Halbierung des Einsatzes von Pestiziden dürften nicht gegen das Ziel der Sicherung der Welternährung ausgespielt werden. Von der bayerischen Staatsregierung wird unter anderem gefordert, auf allen staatlichen Agrarflächen auf Pestizide zu verzichten.

Aber auch andere Diskussionen im Zuge des Ukraine-Konflikts bereiten dem Verband Sorgen. Angesichts der auch von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) immer wieder ins Spiel gebrachten Laufzeitverlängerung für einige Atomkraftwerke steht eine Resolution zur Abstimmung, in dem der vollständige Ausstieg aus der Atomkraft nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt sowie eine breit angelegte Energiesparkampagne in Bayern gefordert wird.

Zudem stehen die Forderung nach autofreien Sonntagen und einem flächendeckenden Tempolimit auf deutschen Autobahnen zur Debatte.

© dpa-infocom, dpa:220521-99-376123/2

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