Veröffentlicht am 30.09.2022 12:22

Bartgeier Dagmar erstmals auf größerer Tour

Ein Mitarbeiter im Nationalpark Berchtesgaden zeigt das Bartgeierweibchen Dagmar kurz vor der Auswilderung im Nationalpark Berchtesgaden. (Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild)
Ein Mitarbeiter im Nationalpark Berchtesgaden zeigt das Bartgeierweibchen Dagmar kurz vor der Auswilderung im Nationalpark Berchtesgaden. (Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild)
Ein Mitarbeiter im Nationalpark Berchtesgaden zeigt das Bartgeierweibchen Dagmar kurz vor der Auswilderung im Nationalpark Berchtesgaden. (Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild)

Das im Juni ausgewilderte Bartgeierweibchen Dagmar hat erstmals den Nationalpark Berchtesgaden verlassen. Vor wenigen Tagen habe ihr Sender einen rasanten Flug nach Süden bis Osttirol gemeldet, teilten der Umweltverband LBV und der Nationalpark am Freitag mit. Damit habe Dagmars Erkundungsphase begonnen, sie werde die nächsten Jahre weite Streifzüge durch die Alpen unternehmen.

„Aktuell hält sich Dagmar in Österreich im Umfeld des Großglockners auf - in Sichtweite zur letztes Jahr ausgewilderten Bavaria, die seit Wochen wenige Kilometer nördlich ihre Kreise zieht“, berichtete der LBV-Bartgeierexperte Toni Wegscheider. „Wir warten nun gespannt auf weitere Senderdaten. Vielleicht begegnen sich die beiden Großcousinen bald im Luftraum der Zentralalpen.“ Bartgeierdame Recka sei hingegen immer noch im Umfeld des Nationalparks unterwegs und erkunde auf ihren Tagesausflügen die umliegenden Gebirgsstöcke wie Loferer Steinberge und Steinernes Meer.

Die Tiere tragen GPS-Sender. Damit kann das Projektteam die Aufenthaltsorte der Bartgeier meist sehr genau orten. In dem Projekt zur Wiederansiedlung der vor mehr als 100 Jahren ausgerotteten mächtigen Vögel waren 2021 Bavaria und Wally ausgewildert worden. Wally fiel aber einem Steinschlag zum Opfer. Alle vier Tiere stammten aus demselben spanischen Zuchtprogramm und sind verwandt.

Nationalpark und LBV riefen Wanderer zur Bartgeier-Beobachtung auf. Gerade weil es in abgelegenen Gegenden Lücken in der GPS-Überwachung gebe, seien Beobachtungen von Bergsteigern wichtig, die Begegnungen mit Dagmar, Recka und Bavaria hatten. Die Vögel mit einer Flügelspannweite von bis zu drei Metern ernähren sich von Ass, erwachsene Tiere fressen praktisch nur Knochen.

© dpa-infocom, dpa:220930-99-956827/3

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