Veröffentlicht am 08.08.2022 01:47

Augsburg: Hohes Friedensfest mit großer Tafel am Rathaus

Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine hat die Stadt Augsburg am Montag wieder ihren bundesweit einmaligen Friedensfeiertag zelebriert. Das Augsburger Hohe Friedensfest ist seit 1950 ein offizieller Feiertag, an dem Geschäfte und Büros in Augsburg geschlossen bleiben.

Durch den Friedenstag hat die schwäbische Stadt die meisten Feiertage in Deutschland. Die traditionelle Friedenstafel auf dem Rathausplatz war auch am Montag der Höhepunkt des Feiertages. Rund 1500 Bürgerinnen und Bürger teilten bei strahlendem Sonnenschein an langen Tischreihen von daheim mitgebrachtes Essen sowie Getränke. In diesem Jahr gab es darüber hinaus aber auch mehrere kleinere Friedenstafeln in den Stadtteilen.

„Die Friedenstafel ist eine liebgewordene Tradition“, betonte die Stadt. „Sie versinnbildlicht, dass Menschen unterschiedlichster Religion, Herkunft und Weltanschauung friedlich zusammenleben können.“ In der heutigen Zeit erinnerten Krieg, Unterdrückung und Flucht daran, dass eine Brücke von der historischen Bedeutung des Friedensfests zu den aktuellen Ereignissen geschlagen werden müsse.

Der Stadtfeiertag am 8. August geht auf das Jahr 1650 zurück, als die Protestanten in Augsburg erstmals ihre im Augsburger Religionsfrieden (1555) formulierte und im Westfälischen Frieden (1648) errungene Gleichberechtigung mit der katholischen Kirche gefeiert hatten. Begleitet wird der staatlich festgelegte Feiertag im Vorfeld immer von einem großen Kulturprogramm. Der Ukraine-Krieg stand dabei häufig im Mittelpunkt.

Die Veranstaltungsreihe stand heuer unter dem Motto Zusammenhalt. Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) sagte, dass sie den gesellschaftlichen Zusammenhalt zuletzt besonders durch „die unglaubliche Solidarität und Hilfsbereitschaft“ erlebt habe, die die Augsburgerinnen und Augsburger den Geflüchteten aus der Ukraine entgegengebracht hätten.

Läden aus dem Umland nutzen den Augsburger Feiertag jedes Jahr, um Kundschaft aus der 300.000 Einwohner großen Stadt zum Einkaufen zu locken.

© dpa-infocom, dpa:220807-99-307228/4

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