Serie und Casting für Basketballer

Nach dem Sieg gegen Estland klatschen die deutschen Basketballer ab. (Foto: Hendrik Osula/dpa)
Nach dem Sieg gegen Estland klatschen die deutschen Basketballer ab. (Foto: Hendrik Osula/dpa)
Nach dem Sieg gegen Estland klatschen die deutschen Basketballer ab. (Foto: Hendrik Osula/dpa)

Auf der Heimreise von Tallinn nach Bremen über Frankfurt konnten Deutschlands Basketballer um Rückkehrer Dennis Schröder schon von den bevorstehenden Höhepunkten träumen.

Souverän auf Kurs Richtung WM-Teilnahme 2023, zwei Duelle mit NBA-Superstar Luka Doncic vor der Brust sowie eine riesige Chance mit dann wohl stark verändertem Kader bei der Heim-EM ab 1. September in Köln und Berlin. Es läuft gerade sehr gut für das Nationalteam und Bundestrainer Gordon Herbert, der die Mannschaft trotz erheblichen Personalmangels souverän durch die WM-Qualifikation steuert.

„Jetzt haben wir eine gute Ausgangsposition. Wenn wir am Sonntag noch den Deckel drauf machen können, wäre das optimal. Wenn wir bei fünf Siegen stehen, wäre das hervorragend“, sagte Vizepräsident Armin Andres der Deutschen Presse-Agentur. Das nie gefährdete 88:57 in Estland am Donnerstag - immerhin der vierte Quali-Sieg in Serie - beschert Deutschland nicht nur vorzeitig den ersten Platz in Staffel D mit Polen, Israel und Estland. 

Nächster Gegner: Polen

Auch eine Top-Ausgangslage für den zweiten Teil der Vorausscheidung, bei dem es ab Ende August auch zu einem Aufeinandertreffen mit Europameister Slowenien und Starspieler Doncic kommt, ist nun möglich. Am Sonntag (18.00 Uhr/Magentasport) geht es in Bremen zunächst gegen Polen, ein weiterer Sieg gilt als Pflicht. „Natürlich gibt es Leistungsschwankungen, aber auch Kontinuität. Die Spieler gewöhnen sich an den Stil des Trainers, das zeigt sich in den Spielen sehr deutlich“, stellte Andres zufrieden fest.

Chefcoach Herbert war mit dem Auftritt in Tallinn, bei dem sich alles auf die Rückkehr von Schröder nach knapp drei Jahren konzentrierte, mehr als einverstanden. „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, es war insgesamt eine sehr gute Leistung. Defensiv war ich sehr zufrieden“, sagte der 63-Jährige. Der 28 Jahre alte Schröder befand zwar, sein Spiel habe noch „schrecklich“ ausgesehen. Der Profi der  Houston Rockets zeichnete sich trotz miserabler Wurfquote aber schon wieder als starker Allrounder mit hoher Explosivität aus.

Bevor die anspruchsvolle EM-Vorrunde mit Spielen gegen Slowenien, Frankreich und Litauen wartet, werden im August noch Quali-Partien für die WM 2023 in Japan, Indonesien und auf den Philippinen gespielt. Laut Ansetzung des Weltverbandes Fiba wird es dabei in jedem Fall gegen Doncic und Slowenien gehen. Entweder am 25. August in Slowenien oder am 28. August in München. Dies entscheidet sich erst beim Gruppenabschluss am Sonntag. „Das wäre natürlich ein Highlight in München. Das wäre schon ein ideales Kräftemessen und die ideale Einstimmung auf die EM“, sagte Funktionär Andres.

Für viele Profis wird erstmal das Heimspiel gegen Polen in Bremen die letzte Chance sein, sich richtig zu profilieren. Aus dem aktuellen Kader dürften neben Schröder nur Johannes Voigtmann und Isaac Bonga gesetzt sein. Selbst Profis wie Bambergs Christian Sengfelder, der mit 23 Punkten und neun Rebounds in Estland glänzte, müssten angesichts der starken Konkurrenz um einen Kaderplatz für die Heim-EM bangen. 

NBA-Profis sollen im August kommen

Zum August-Fenster werden neben dem Meisterduo Maodo Lo und Johannes Thiemann (beide Alba Berlin) auch Kapitän Robin Benzing sowie die  NBA-Profis Franz Wagner, Moritz Wagner, Maximilian Kleber und Daniel Theis erwartet. Das Casting für die zweite Reihe, die bislang mit Ausnahme einer Heimpleite gegen Estland schadlos durch die WM-Qualifikation gekommen ist, geht in die vorerst letzte Runde.

© dpa-infocom, dpa:220630-99-867898/5

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