Veröffentlicht am 17.05.2022 21:54

Angriff auf ukrainisches Werk von Gips-Hersteller Knauf

In der Ostukraine ist eine stillgelegte Gipsplattenfabrik des Unternehmens Knauf mit Hauptsitz in Unterfranken bombardiert worden. „Durch die Luftschläge wurden Geschäftsräume beschädigt, und es brach Feuer aus“, schrieb der Militärgouverneur des Gebiets Donezk, Pawlo Kyrylenko, im Nachrichtendienst Telegram am Dienstag. Es sei aber niemand verletzt worden. Er warf Russland die absichtliche Zerstörung von Industrie in der Region vor.

Knauf bestätigte am Dienstagabend, das Werk in Soledor im Donbass sei von einer Rakete getroffen und in Brand gesetzt worden. Wer sie abgeschossen habe, sei dort nicht bekannt. „Soweit wir wissen, sind bei dem Raketenangriff keine Menschen verletzt worden“, hieß es auch von Seite des Unternehmens. Der genaue Umfang der Schäden ließe sich wegen der andauernden Gefechte vor Ort noch nicht feststellen.

Knauf hatte das Werk kurz nach der russischen Invasion außer Betrieb gesetzt. Kyrylenko veröffentlichte auch Fotos von einer dicken schwarzen Rauchwolke über der Fabrik. Von russischer Seite gab es zunächst keine Stellungnahme.

Die Unternehmensgruppe Knauf mit Sitz im unterfränkischen Iphofen stellt mit rund 40.000 Mitarbeitern Baustoffe und Bausysteme her. Vergangenes Jahr erwirtschaftete sie einen Jahresumsatz von 12,5 Milliarden Euro. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen weltweit in 90 Ländern tätig.

© dpa-infocom, dpa:220517-99-329235/2

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